Deutsche Unternehmen in Ägypten stehen still

Während in Deutschland die Wirtschaft nach der Krise boomt, führen die aktuellen politischen Ereignisse in Ägypten dazu, dass die Produktion in den dort ansässigen deutschen Unternehmen zum Erliegen kommt. Es handelt sich laut Auskunft der Deutschen Industrie- und Handelskammer um rund 80 Firmen, darunter sowohl mittelständische Betriebe als auch große DAX-Konzerne, die über Produktionsstätten und Niederlassungen in Ägypten verfügen. Die annähernd 20.000 Mitarbeiter sind vorwiegend in den Bereichen Fahrzeugproduktion, Maschinenbau und Medizintechnik sowie Rohstoffförderung und Handel beschäftigt.
Bereits am vergangenen Wochenende wurden aufgrund des Volksaufstands erste Sicherheitsmaßnahmen für die Angestellten getroffen. Deutsche Arbeitnehmer wurden teilweise aus Ägypten ausgeflogen, die einheimischen Beschäftigten gebeten, nicht am Arbeitsplatz zu erscheinen. Ebenfalls ins Stocken gerieten die ausländischen Zulieferer. Zahlreiche Transportunternehmen haben ihren Lieferverkehr von und nach Ägypten vorübergehen eingestellt. Auch das macht eine Wiederaufnahmen der Produktion unmöglich. Noch denken die einzelnen Unternehmen nicht daran, den Standort Ägypten aufzugeben. Vorerst bleibt das weitere Ausmaß der politischen Machtkämpfe in Ägypten offen und mit einem baldigen Ende des Aufstands rechnen die wenigsten. Nicht zuletzt die Direktinvestitionen über geschätzt mehr als 500 Milliarden Euro in das aufgrund seiner Freihandelszonen beliebte Land, dürfte die Geduld der Investoren maßgeblich beeinflussen. Auch im Bundeswirtschaftsministerium sieht man gegenwärtig noch keinen Anlass, die  irtschaftsbeziehungen zu Ägypten in Frage zu stellen. Man betont ausdrücklich, dass eine funktionierende Wirtschaft mit entscheidend für die künftige Entwicklung Ägyptens ist. Wie lange der Stillstand in den Unternehmen noch anhalten wird, hängt von der weiteren Entwicklung ab. Solange das Ausmaß der Demonstrationen und gewalttätigen Ausschreitungen nicht erkennbar zurückgehen, bleibt vor allem auch die Sicherheitslage für viele Firmen zu sehr angespannt, als dass sie schon jetzt wieder zum regulären Tagesgeschäft übergehen könnten.