Baden-Württemberg

Das Bundesland im Südwesten Deutschlands darf zurecht als „Glücksfall der Geschichte“ bezeichnet werden, denn als einziges Bundesland entstand es durch Volksabstimmung. 1952 wurde Baden-Württemberg durch die Fusion der drei Länder Württemberg-Baden, Baden und Württemberg-Hohenzollern gebildet. Landeshauptstadt ist Stuttgart, das schwarz-goldene Landeswappen zeigt drei ausschreitende Löwen. Der Name Württemberg stammt der Legende nach von einer Begebenheit, die unmittelbar mit Kaiser Barbarossa zu tun hatte. Seine Tochter verliebte sich unsterblich in einen kaiserlichen Knappen, weil sie jedoch nicht die Zustimmung zur Eheschließung hatte, floh sie mit ihrem Geliebten. Die beiden ließen sich im Neckartal nieder, wo sie eine Herberge gründeten. Der Knappe wird in der Umgebung bald als „Wirt am Berg“ bekannt. Später kommt es zur Versöhnung mit Kaiser Barbarossa, der den Knappen in den Grafenstand erhebt. Dieser behält seinen Namen „Wirt am Berg“ jedoch bei, die beiden Geliebten bekommen Kinder und das Geschlecht Württemberg ist geboren.

Geschichte

Das heutige Gebiet Baden-Württembergs war schon vor über einer halben Million mit Menschen besiedelt. Hier wurden Überreste des Homo heidelbergensis gefunden, der vor rund
500.000 Jahren gelebt hat. Erstes kulturelles Leben begann in Baden-Württemberg vor rund 40.000 Jahren, zu dieser Zeit musizierten die Menschen bereits, die Funde von Musikinstrumenten – übrigens die ältesten jemals gefundenen überhaupt – belegen dies. Ein weiteres Überbleibsel der Geschichte sind die Hügelgräber, die entstanden, als die Kelten in der Hallstattzeit das Gebiet besiedelten. Entscheidend für die Gründung des heutigen Bundeslandes sind die Nachkriegsjahre. Die Regierungen der Besatzungsmächte gründeten die Länder Württemberg-Baden, Württemberg-Zollern und Baden, die 1952 zum heutigen Bundesland fusioniert wurden.

Tourismus

Die wichtigste touristische Region in Baden-Württemberg ist der Schwarzwald – Ursprungsort der Kuckucksuhr. Romantische Täler, Schluchten und aufregende Wanderwege machen das Gebiet vor allem für Wanderfreunde beliebt. Andere Reiseziele in Baden-Württemberg sind der Erlebnispark Rust sowie die Universitätsstadt Heidelberg mit ihrem imposanten Sandsteinschloss, einer ehemaligen Kurfürstenresidenz. Baden-Württemberg ist aber auch eine der beliebtesten Kurregionen Deutschlands, zahlreiche Heilstätten, Therme, Wellnesstempel und Moorbäder versprechen einen entspannten Aufenthalt. Die ideale Reiseroute umfasst auch die „9 Sterne des Südens“, neun Städte in Baden-Württemberg, die mit besonderen Erlebnissen aufwarten können.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Baden-Württemberg besitzt zwei UNESCO-Welterbestätten, die Klosterinsel Reichenau, die zu den Bodensee Sehenswürdigkeiten zählt, sowie die Zisterzienserabtei Kloster Maulbronn. Auch der Obergermanisch-Rätische Limes, der sich zum Teil in Baden-Württemberg befindet, gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe. Aus literaturhistorischer Sicht ist das Bundesland ebenfalls interessant, wird hier, in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe, doch eine Original-Ausgabe des Nibelungenliedes aufbewahrt. Europas einziges Archiv zur Langzeitarchivierung befindet sich in der Nähe von Freiburg. Der Barbarastollen wird durch die Haager Konventionen geschützt, denn hier befinden sich unzählige Dokumente von hohem kulturellem Wert.

Brauchtum und Tradition

Baden-Württemberg ist das Land der Häuslebauer, den Bewohnern wird nachgesagt, dass sie besonders sparsam, fleißig und wortkarg seien. Außerdem pflegen die Baden-Württemberger ihre vielfältige Brauchkultur. Auf Volksfesten wie dem Cannstatter Volksfest, hinter dem Münchner Oktoberfest das zweitgrößte Volksfest der Welt, der schwäbisch-allemannischen Fastnacht oder den Heimattagen Baden Württemberg werden Umzüge veranstaltet, Trachten vorgeführt und Musik aus allen Regionen des Landes gespielt. Bei dieser Gelegenheit darf auch die ein oder andere Mundart nicht fehlen. In Baden-Württemberg werden alemannische und fränkische Dialekte gesprochen, das Schwäbische ist sicherlich der bekannteste Dialekt. Die Einwohner selbst sagen von sich selbst: „Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“