Brandenburg

Das Bundesland im Nordosten Deutschlands umschließt vollständig die Regierungshauptstadt Berlin. Brandenburgs Wappen zeigt einen roten Adler auf weißem Untergrund, die Landesflagge ist rot-weiß. Die Landeshauptstadt von Brandenburg ist Potsdam.

Geschichte

Die erste Besiedlung Brandenburgs erfolgte durch die germanischen Semnonen, danach durch westslawische Stämme. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Siedlungsfunde. Im Rahmen der Ostexpansion erobern die Ostfranken unter König Heinrich I. 929 Brandenburg. Die Slawen sollen christianisiert werden, zu diesem Zweck werden die Bistümer Havelberg und Brandenburg gegründet. Es gibt immer wieder Spannungen zwischen Eroberer und den Slawen, diese gipfeln im Großen Slawenaufstand, die Slawen können Brandenburg erfolgreich zurückerobern. Das Land wird schließlich Albrecht dem Bären vererbt. 1157 gilt als das offizielle Gründungsdatum, Albrecht der Bär gelingt die Rückeroberung Brandenburgs von dem Spree-Wanenfürsten Jaxos. Später wird Brandenburg Teil des Römischen Reiches. Von 1415 bis 1918 steht Brandenburg unter der Herrschaft der Hohenzollern. Während der Zeit der Deutschen Demokratischen Republik wird Brandenburg in drei Bereiche aufgeteilt, 1990 erfolgt schließlich die Neugründung des Landes Brandenburg. Die Fusion von Brandenburg und Berlin, die immer wieder Thema ist, wird 1996 per Volksentscheid abgelehnt.

Tourismus

Viele natürlich entstandene Seen, geschützte Landschaften, architektonische Bauwerke und Parks machen Brandenburg auch für Besucher attraktiv. Radfahren, wandern oder die Erkundung der zahlreichen Obstplantagen, sind die beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Touristen. Anders als in der Hauptstadt Berlin geht es in Brandenburg gemächlicher zu. Die zahlreichen Naturschutzgebiete nehmen ein Drittel der Landesfläche ein, es gibt auch drei Biosphärenreservate der UNESCO. Die Potsdamer Kulturlandschaft gehört seit 1990 zum UNESCO-Welterbe. Mittelpunkt bildet das Schloss Sanssouci, auch als preußisches Versailles bezeichnet. Sanssouci wurde von Friedrich dem Großen als Sommerresidenz in Auftrag gegeben. Neben Schloss Sanssouci umfasst das größte deutsche Weltkulturerbe 500 Hektar Parkanlagen und 150 verschiedene Gebäude.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Brandenburg war lange Zeit Zentrum des preußischen Staates, die Toleranz- und Einwanderungspolitik prägte das heutige Bild entscheidend mit. Vor allem der kulturelle Einfluss der französischen Hugenotten darf nicht unterschätzt werden. Die heutigen Sehenswürdigkeiten vermitteln Eindrücke aus verschiedenen Epochen und architektonischen Stilrichtungen. Bekannt wurden viele der kleinen und großen Schloss- und Parkanlagen vor allem durch Theodor Fontane und seine Hommage an Brandenburg „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“. Auch Wilhelm von Humboldt und Heinrich Kleist sind berühmte Söhne des Lands Brandenburg. Aus kultureller Hinsicht sind auch die Filmstudios Babelberg wichtig, welche die Tradition der UFA fortführen.

Brauchtum und Tradition

In Brandenburg leben die Sorben, eine westslawische Volksgruppe. Mit ihrer Sprache, ihrer Kultur und Trachten erinnern sie an die Ursprünge des Bundeslands. Die Sorben sind als nationale Minderheit anerkannt, sie haben neben eigener Flagge auch Hymne, die gleichberechtigt neben anderen staatlichen Symbolen anerkannt sind. Neben der niedersorbischen Sprache werden in Brandenburg auch das Berlin-Brandenburgische, das Osterländische und lausitzische Dialekte gesprochen. Aber nicht nur in der Sprache findet sich brandenburgische Tradition. Fast schon weltbekannt sind die Spreewaldgurken sowie die Heidekönigin, die im Rahmen des Baumblütenfests gewählt wird. Das Fürst-Pückler-Eis, traditionell aus Vanille-, Erdbeer- und Schokoeis hergestellt, stammt ebenfalls aus Brandenburg.