Saarland

Das Saarland, das Bundesland im Südwesten Deutschlands, ist das kleinste Land. Zusammen mit dem Großherzogtum Luxemburg, dem Land Rheinland-Pfalz und der belgischen Region Wallonien bildet das Saarland die Großregion Saar-Lor-Lux. Auf dem Landeswappen des Saarlandes sind die vier Fürstentümer repräsentiert: der silberne Löwe symbolisiert die Grafen von Saarbrücken, das rot-geschliffene Kreuz steht für die Kurtrier, das Alérion ist das Wappen des Herzogtums Lothringen und der Pfälzer Löwe repräsentiert das ehemalige Herzogtum Pfalz-Zweibrücken. Die Landesflagge zeigt die Deutschlandfarben sowie das Landeswappen.

Geschichte

Das heutige Saarland entstand im Jahre 1920 als Folge des Versailler Vertrages. Gebildet wurde das Bundesland aus den vormals preußischen und bayerischen Gebieten. Später wird das Saarland aus dem Deutschen Reich ausgegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört das Saarland zur französischen Besatzungszone. 1947 wird das Saarland autonom, schon vorher in der Geschichte war es zu einer Abtrennung des Saarlandes von Deutschland gekommen. Erst nach einer Volksabstimmung im Jahre 1955 tritt das Saarland zwei Jahre später der Bundesrepublik Deutschland bei.

Tourismus

Im Saarland finden sich viele landschaftliche Sehenswürdigkeiten, allen voran das Wahrzeichen: die Saarschleife von Mettlach. Auf der Saar und den Flüssen Nied und Blies lassen sich viele Freizeitaktivitäten unternehmen, Baden und Kanufahren sind im Sommer beliebte Beschäftigungen. Auch die vielen Tropfsteinhöhlen und Felsenformationen locken viele Besucher an. Hier sind besonders die Niedaltdorfer Tropfsteinhöhle und der Felsenpfad in Kirkel zu erwähnen. Der Stiefel in St.Ingbert, ein von der Natur geformter Fels in Form eines umgedrehten Stiefels, ist ebenfalls ein beliebtes Fotomotiv. Die Schlossberghöhlen in St. Arnual gehören zu den größten Buntsandsteinhöhlen Europas. Zahlreiche Museen etwa das Römermuseum, das Kupferbergwerk und das Abenteuermuseum laden Groß und Klein zur historischen Entdeckungstour ein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das einzige UNESCO-Weltkulturerbe im Saarland ist die historische Völklinger Hütte – oft auch als „Ikone der Industriekultur“ bezeichnet. Das ehemalige Eisenwerk war das erste Industriedenkmal, das in den Rang eines Welterbes erhoben wurde. Jedes Jahr besuchen etwa 200.000 Menschen das Industriedenkmal, das heute als wichtigster Standort der europäischen Industriekultur zählt. Auch zahlreiche kulturelle Veranstaltungen finden hier statt. Daneben erinnern zahlreiche Naturdenkmäler und Bauwerke an die Vergangenheit des Saarlandes. Aus keltischer Zeit sind noch Überreste des Hunnenrings – einer der größten noch erhaltenen Schutzwallanlagen – zu finden. Aus der Römerzeit sind der Emilianus-Stollen und römische Villen erhalten. In dem „Europäischen Kulturpark“ Bliesbruck Reinheim, der sich auch über französisches Gebiet erstreckt, kann man keltische und römische Siedlungsreste ansehen. Aus der Zeit des Mittelalters ist beispielsweise die Teufelsburg in Felsberg erhalten und kann besucht werden.

Brauchtum und Tradition

Im Saarland feiert man rund um die Allerheiligen herum den Brauch des Rübengeisterns. Bei dem auch als Rummelbooze bekannten Brauch werden selbst geschnitzte Rübengeister vor die Haustür und auf die Fensterbank gelegt. Jeden Tag im Jahr kann man die charakteristisch saarländischen Spezialitäten essen. Dibbelabbes und Schaales etwa bezeichnen Reibekuchen, Hoorische sind Kartoffelklöße und auch die Gefillde, gefüllte Klöße, sind bekannte Köstlichkeiten. Als flüssige Ergänzung dienen saarländisches Bier, Obstschnäpse und die berühmten Saar-Weine.