Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt ist eines der neuen Bundesländer, Landeshauptstadt ist Magdeburg. Das Landeswappen zeigt den sächsischen Rautenkranz, den preußischen Adler – er steht für die ehemalige preußische Provinz – und den askanischen Bären, der auf einer Mauer schreitet. Der Bär repräsentiert den früheren Freistaat Sachsen. Gelb und schwarz sind die Landesfarben von Sachsen-Anhalt.

Geschichte

Im Jahr 1944 wird die preußische Provinz Sachsen aufgeteilt, es entstehen die Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg. Acht Jahre später – in der DDR-Verwaltungsreform – wird das Gebiet aufgelöst und in die zwei Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt. 1990 kommt es zur Neubildung des Landes Sachsen-Anhalt und zur Integration in die Bundesrepublik Deutschland. Im Frühmittelalter war Sachsen-Anhalt eines der kulturellen Zentren im deutschsprachigen Raum, die heutige Landeshauptstadt Magdeburg war eines der politischen Zentren des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Gut erhaltene Baudenkmäler der Romanik und Gotik sind eindrucksvolle Zeitzeugen der Vergangenheit des Bundeslandes Sachsen-Anhalt sowie der Errungenschaften seiner Bewohner. Die Bevölkerung Sachsen-Anhalts setzte sich damals aus vielen verschiedenen Gruppen zusammen, darunter die Niedersachsen, die Thüringer, die Nachfahren der Westslawen und die Deutschen, Flamen und Hugenotten, die in das Gebiet eingewandert waren.

Tourismus

Beliebtestes Reiseziel in Sachsen-Anhalt ist der Harz mit seinem höchstem Berg, dem Brocken. Ein Ausflug auf der Harzer Schmalspurbahn, Wandern und der Besuch des Hexentanzplatzes gehören zum Repertoire jeder Harzreise. Abgerundet wird der Besuch in Sachsen-Anhalt mit einem Abstecher in das nördlichste Weinanbaugebiet zwischen Saale und Unstrut. Besonders in den Frühlings- und Sommermonaten laden die verwinkelten Altstädte mit ihren pittoresken Fachwerkhäusern und die zahlreichen Parkanlagen zum Bummeln ein. Entlang der Straße der Romanik sind zahlreiche Baudenkmäler versammelt, die für das Fotoalbum festgehalten werden wollen. Zahlreiche Dorfkirchen zeigen die damalige Pracht der Provinz Sachsens, die damals zu den reichsten des Landes gehörte. Auf den Elbwiesen lässt es sich gemütlich picknicken und entspannen, im Biosphärenreservat Mittelelbe befindet sich eines der schönsten UNESCO-Welterbestätten: der Wörlitzer Park, Bestandteil des Gesamtwerks „Dessau Wörlitzer Gartenreich“. Im Sommer finden hier Konzerte vor der eindrucksvollen Kulisse der vielen Schlösser statt, die König Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau nach englischem Vorbild errichten ließ.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit der höchsten Dichte an UNESCO-Welterbestätten in Deutschland. Zu den bedeutendsten Stätten in Sachsen-Anhalt gehört mit Sicherheit die Lutherstadt Wittenberg mitsamt der Gedenkstätten in Wittenberg und Eisleben. Hier liegt der Geburtsort der Reformation, die 1517 beginnt, als Martin Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche anschlägt. Die meisten Schlösser in Sachsen-Anhalt stammen aus der Zeit des Barocks und der Renaissance, aber auch spätromanische Bauwerke finden sich hier, etwa vertreten mit dem Naumburger Dom. Quedlinburg befindet sich seit 1994 auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste und bildet damit einer der größten Flächendenkmäler innerhalb Deutschlands. Das Bild der Quedlinburger Altstadt ist durch Fachwerkhäuser aus sechs Jahrhunderten bestimmt. Zum Welterbe gehören aber auch die die romanische Klosterkirche St. Marien sowie das Renaissance Rathaus. Zum Entdecken und Schlendern lädt ebenso das „Dessau Wörlitzer Gartenreich“ mitsamt dem Wörlitzer Park ein, eine der größten Kulturlandschaften überhaupt. Das Welterbe beheimatet zahlreiche Bauten und Parkanlagen, die an englischen Vorbildern orientiert sind. Sehr viel moderner ist das Bauhaus Dessau, mehrere Gebäude in Dessau-Roßlau, die von dem Bauhaus-Architekten Walter Gropius geplant wurden. Die Gebäude wurden als Kunstschule genutzt.

Brauchtum und Tradition

Um die lokale Identität des Landes Sachsen-Anhalt zu erhalten, arbeiten viele Heimatvereine daran, alte Bräuche und Feste im öffentlichen Bewusstsein zu verankern. Auch die regionale Küche gehört dazu. Typische Gerichte in Sachsen-Anhalt sind der Harzer Käse und die Wildgerichte aus dem Harz, die Halloren-Kugeln aus Halle, der Baumkuchen sowie die Wikana-Kekse aus der Lutherstadt Wittenberg. Mit dem Hasseröder – einem Bier aus Wernigerode – sowie dem Garley, dem ältesten Bier der Welt, werden auch Bierliebhaber in Sachsen-Anhalt ihre Freunde haben.