Wirtschaftsystem

Als das Wirtschaftssystem bezeichnet man die Gesamtheit des Wirtschaftslebens in einem Land. Zu den Elementen des Wirtschaftssystems gehören die Produzenten und Konsumenten, alle wirtschaftlichen Ressourcen, die wirtschaftlichen Beziehungen sowie die wirtschaftliche Ordnung, hier sind vor allem die Märkte, Organisationen und rechtliche Regeln gemeint. Das deutsche Wirtschaftssystem ist nach dem Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft aufgebaut, zudem zeigt sie Elemente anderer Formen und ist demnach eine Mischform.

Entwicklung des deutschen Wirtschaftssystems

Nach der Weltwirtschaftskrise, die von den USA ausgeht, geht es mit der deutschen Wirtschaft rapide bergab. Massenarbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit sowie das Auseinanderfallen der Regierung ebnen den Weg für Hitler und den Zweiten Weltkrieg. Nach Ende des Krieges übernehmen die Alliierten die Führung, das Wirtschaftssystem wird völlig neu aufgebaut. Beginn bildet die Währungsreform, die bitter nötig war. Es sind 60 Milliarden Reichsmark im Umlauf, das Geld besitzt jedoch keine Kaufkraft mehr. Lebensmittel werden rationiert. Der damalige Wirtschaftsdirektor Ludwig Ehrhard aber träumt die Utopie der Marktwirtschaft. Er verkündet das Ende der Rationierung und Preiskontrollen. Der Grundstein für die Soziale Marktwirtschaft ist gelegt. In den 50er und 60er Jahren boomt die Wirtschaft, man spricht auch vom Wirtschaftswunder oder dem „goldenen Zeitalter“. Die Wirtschaft wächst jedes Jahr um durchschnittlich acht Prozent, die Arbeitsmarktzahlen erreichen niemals wieder die Werte dieser Zeit. Nur rund zwei Prozent der Deutschen waren arbeitslos, angewandt auf heutige Verhältnisse gäbe es eine Vollbeschäftigung. Erst 1966 schrumpft die Wirtschaft erstmals wieder. Seitdem hat sich an dem Wirtschaftssystem kaum etwas verändert. Dabei bildet die Soziale Marktwirtschaft den Mittelweg zwischen dem Kapitalismus, der freien Marktwirtschaft und der sozialistischen Planwirtschaft der DDR, die alles staatlich regelt und dem Individuum keinen Platz zur Entfaltung lässt. Jahrelang gilt das deutsche Wirtschaftssystem als Erfolgsmodell und wird von anderen Staaten kopiert.

Die deutsche Wirtschaft in der Krise

Beginnend mit dem Jahr 2007 beginnt die Weltwirtschaftskrise, ausgehend von der amerikanischen Immobilienkrise. Seit Ende 2008 sind große Teile aller Wirtschaften betroffen, auch die deutsche Wirtschaft schrumpfte. Zu den seit Langem bekannten Problemen in Deutschland gehören unter anderem die Massenarbeitslosigkeit, mangelndes Wachstum, die Globalisierung und steigende Konkurrenz besonders aus Asien sowie der Fachkräftemangel. Seit Ende 2010 jedoch verzeichnet die Wirtschaft wieder ein starkes Wachstum, sie wächst mit 2,2 Prozent wie zuletzt zurzeit der Wiedervereinigung.

Das deutsche Wirtschaftssystem in der Geschichte

Im Deutschen Bund gab es ein uneinheitliches Wirtschaftssystem, vor allem die feudal-ständische und liberal-bürgerliche Ordnung kennzeichneten es. Im Deutschen Kaiserreich herrschte der organisierte Kapitalismus, während die Weimarer Republik durch eine Übergangsform gekennzeichnet war. In der Zeit des Nationalsozialismus‘ war die NS-Wehrwirtschaft prägend. In der DDR war das Wirtschaftssystem die Zentralverwaltungswirtschaft, sämtliche Wirtschaftsprozesse wurden staatlich geleitet und überwacht. Es gab festgelegte Preise und Löhne. In der Bundesrepublik Deutschland herrschte bis zum Jahr 1967 eine soziale Marktwirtschaft, seitdem ist eine Mischform verschiedener Systeme vorherrschend.

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