Ein schlechter Witz

Selbst um schlechte Witze lohnt es sich offensichtlich, zu streiten: Der deutsche Comedian Mario Barth steht wegen selbigem nämlich jetzt unter Beschuss. Er wird sogar von seinen Branchen-Kollegen auf die Schippe genommen, alles schüttelt den Kopf. Wie konnte das passieren?

Mario Barth, der seinen Beliebtheitsgrad 2008 mit einem Weltrekord krönte, und in einer Live-Show 70.000 Fans im ausverkauften Berliner Olympia-Stadion unterhielt, will es 2011 wieder wissen. Doch nicht nur, dass er eine ganze Stadion-Tournee in Deutschland plant, er bereitet sich auch rechtlich auf seine Gags vor. So ließ sich der 38-Jährige vor kurzem den altbekannten Witz „Nichts reimt sich auf Uschi“ beim Deutschen Patent- und Markenamt schützen, und beginnt, widerrechtliche Nutzer abzumahnen. Nun trifft es einen T-Shirt-Hersteller, der den Kalauer drucken ließ. Saftige 1780,20 Euro muss der Unternehmer zahlen, denn, so heißt es vom Anwaltsbüro, nur Mario Barth habe das Recht, diesen Spruch auch auf T-Shirts drucken zu lassen. Blödsinn, denkt sich aber nicht nur der Abgemahnte, auch die Comedy-Kollegen schütteln schon den Kopf. So bot Oliver Kalkofe beispielsweise an, die bei ihm bildlich noch herumstehenden Kisten alter Kalauer, bedürftigen Komikern gern zur Verfügung stellen zu wollen. Ein kleiner Schritt für den Satiriker, ein großer für Barths Vermarktungsstrategie?

Ob die Sympathie-Blase des so hoch gelobten Mario „Das ist mein Laden“ Barth nun platzt, wird sich zeigen. Auch wenn Media Markt die Macher der Barth-Werbung schon gefeuert hat, so sind doch noch Restkarten für die Stadion-Tournee erhältlich, bei der, so bleibt die Hoffnung, das Wort „Uschi“ gar nicht erst fallen wird.