Epochen

Fast ein ganzes Jahrtausend lang bestimmten die Germanen die Historie unseres Kontinents. Dabei gab es kein einheitliches germanisches Volk, sondern viele einzelne Stämme, die allesamt eigenständige Traditionen hatten. Verbindendes Element bildet jedoch die Sprache, alle germanischen Stämme lassen sich der indogermanischen Sprachfamilie zuordnen.

Das Dreiperiodensystem nach Thomsen

Anhand des Dreiperiodensystems des dänischen Archäologen Christian Jürgensen Thomsen teilt man die Vor- und Frühgeschichte in drei Zeitepochen ein. Diese sind vor allem durch die Verwendung der Materialien zur Werkzeug- und Waffenherstellung gekennzeichnet. Nach Thomsen unterscheidet man die Steinzeit, Bronzezeit sowie die Eisenzeit. Innerhalb dieser Abschnitte gibt es jeweils weitere Differenzierungen und regionale Abweichungen. Nicht überall beginnt die Bronzezeit zum selben Zeitpunkt, in Afrika etwa gab es den Abschnitt der frühen Bronzezeit gar nicht. Alle drei Perioden werden unter der Metallzeit zusammengefasst. Heute fügt man meist zusätzlich noch die Kupfersteinzeit ein, um zu verdeutlichen, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Abschnitten fließend waren.

Unterschiedliche germanische Kulturen

Innerhalb der drei Zeitepochen haben sich unterschiedliche Kulturen entwickelt, die alle spezifische Eigenheiten hatten. Am deutlichsten lassen sich diese an der Begräbniskultur festmachen. In der älteren Eisenzeit ist die Hallstattzeit charakteristisch. Sie wurde nach dem Gräberfeld benannt, das am Hallstätter See gefunden wurde. Entsprechend der regionalen Ausprägung unterscheidet man weiter den Osthallstattkreis und den Westhallstattkreis. Kennzeichnend für diese Kultur war die Gliederung der Gemeinschaft in hierarchische Strukturen, es entstanden zudem erste Fürstensitze. Nachfolger der Hallstattkultur war im Norden Deutschlands die Jastorfkultur. Sie entspricht historisch der Eisenzeit. Ebenfalls in der frühen Eisenzeit herrschte die Billendorfer Kultur, die jedoch hauptsächlich in dem Gebiet von der Saale, Spree bis zur Donau verbreitet war. Sie ist Nachfolger der Lausitzer Kultur, dessen Zeugen in Bautzen, Dresden und Hoyerswerda gefunden wurden, hauptsächlich in Form alter Gräber. Aus der Hallstattkultur des nordwestalpinen Raums entwickelte sich die Laténekultur der Kelten. Sie entspricht ebenfalls der frühen Eisenzeit. Besonderheiten dieser Kulturform waren Schmuckstücke aus Glas und Perlen.

Der Nordische Kreis

Nördlich der Alpen spricht man von dem sogenannten Nordischen Kreis, das Gebiet erstreckt sich über große Teile Skandinaviens sowie die heutigen Räume von Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, die Niederlande und weiterer baltischer Staaten. In diesen Gebieten fand die nordische Bronzezeit statt. Sie wird noch mal in sechs weitere zeitliche Abschnitte unterteilt. Charakteristisch für diese Epoche war der Glaube an einen Sonnengott, der mit einem Wagen über den Himmel zieht. Als Opfergabe wurden Tiere, Schmuck und Waffen dargeboten. Auch zahlreiche Felseinritzungen sind für die nordische Bronzezeit typisch, ebenfalls konnten zahlreiche Musikinstrumente gefunden werden.