Bronzezeit

Die Bronzezeit ist eine vorgeschichtliche Epoche, die sich durch die verstärkte Benutzung von Bronze als Handwerksmaterial auszeichnet. Besonders für Waffen, landwirtschaftliche Geräte und Schmuck wurde Bronze verwendet. Auf dem europäischen Gebiet beginnt die Bronzezeit etwa 2200 v.Chr. und endet 1200 v.Chr. Vor der Bronzezeit herrschte die Steinzeit, danach die Eisenzeit. Innerhalb der Bronzezeit unterscheidet man die Altbronzezeit, die
Mittelbronzezeit sowie die Jungbronzezeit.

Differenzierung der Bronzezeit

Des Weiteren kann man die Bronzezeit nach der Art ihrer kulturellen Entwicklung unterscheiden. So ist es üblich, sie in die Urnenfelderbronzezeit und die darauf folgende Hügelgräberbronzezeit einzuteilen. Die Hügelgräberbronzezeit entspricht der Mittelbronzezeit und ist gekennzeichnet durch ein einzigartiges Bestattungssystem. Männer und Frauen wurden in ihrer Tracht beerdigt, zudem wurden Waffen und Schmuck in das Grab gelegt, anschließend wurde ein Erdwall aufgeschüttet. In der ausgehenden Bronzezeit wurde dieses Ritual durch ein anderes ersetzt. Die Menschen begruben ihre Toten nun in Urnen, nachdem sie zuvor verbrannt worden waren. Zu diesem Zweck wurden neue Friedhöfe in Form von Urnenfeldern angelegt, besonders in der Lausitzer Kultur ging man diesem Bestattungsritual nach.

Bedeutung der Bronze

Bronze ist eine Legierung aus 90 Prozent Kupfer sowie zehn Prozent Zinn, sie ist damit härter als reines Kupfer und kann vielfältiger eingesetzt werden. In der Bronzezeit wurde das Metall vor allem zur Herstellung von Geräten verwendet, die eine bessere Bewirtschaftung des Bodens erlaubten. So gab es beispielsweise Bronzeäxte und Bronzesicheln, zudem wurden die ersten Fleischhaken aus Bronze gefertigt. Da sich zudem immer mehr Menschen in dorfähnlichen Gemeinschaften zusammenfanden, wurde auch die Nachfrage nach Lebensmitteln größer. Es musste mehr Getreide angebaut werden. Viele archäologische Funde zeigen, wie die Menschen in der Bronzezeit gelebt haben. Ein Beispiel ist die Kupfermiene Mittenberg in Salzburg. Hier wurden in der Hochzeit etwa 10 Tonnen Bronze im Jahr hergestellt. Als der Sensationsfund stellte sich jedoch die Himmelsscheibe von Nebra heraus. Dabei handelt es sich um eine Bronzescheibe mit Goldsymbolen, welche die älteste Himmelsdarstellung überhaupt aufweist. Sie stammt vermutlich aus der Frühbronzezeit.

Das Leben in der Bronzezeit

In der Bronzezeit fanden sich die Menschen immer stärker zu sozialen Gemeinschaften zusammen, organisiert in Siedlungen, die aus mehreren Gehöften bestanden. Aber auch Einzelhöfe fand man noch. Es entstanden erste dorfähnliche Formen. Der charakteristische Haustyp auf dem Gebiet des heutigen Norddeutschland war das Wohnstallhaus. Es erfüllte drei Aufgaben: Es bot Unterkunft für das Vieh, beherbergte die Menschen und wurde zur Vorratshaltung eingesetzt. In der Mittelbronzezeit wurden zunehmen auch Moorgegenden und Höhenlagen besiedelt. Zudem siedelte man sich in der Nähe von Erzgruben an. In Norddeutschland kam es außerdem zur Bevölkerung der sogenannten Esch-Gebiete (sandige Geestrücken). Grundnahrungsmittel in der Bronzezeit war Getreide, das zu Breispeisen verarbeitet wurde, zudem wurde die Bienenhaltung ausgedehnt. Die Germanen in der Bronzezeit tranken erstmals den süßen Honigwein Met. Die durchschnittliche Lebenserwartung in der Bronzezeit betrug zwischen 20 und 29 Jahren.