Eisenzeit

Die Eisenzeit ist eine geschichtliche Epoche, die nach der Bronzezeit folgt. Sie beginnt in Süddeutschland um 800 v.Chr. herum, in Griechenland jedoch schon 1100 v.Chr. Auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands läuft die Entwicklung in zwei räumlich getrennten Räumen ab. In Süd- und Westdeutschland finden sich die Kelten (Laténezeit) und die Römer, während in Mittel- und Norddeutschland die Billendorfer- und Jastorfkultur der Germanen vorherrscht. Die Eisenzeit ist durch starke Klimaschwankungen gekennzeichnet, während in der älteren Hallstattzeit noch feuchte Tage vorherrschen, ist die Spätlaténezeit durch Trockenheit gekennzeichnet.

Das Leben in der Eisenzeit

Die Menschen der Eisenzeit lebten nach wie vor auf Höfen, es bildeten sich aber parallel die ersten befestigten, stadtähnlichen Siedlungsgebiete. Dabei war der Hausbau an den alpinen Hausbau angelehnt. Neue Häuser wurden aus einer Lehm-Holz-Verbindung gebaut, sodass sie stabil waren. Stall und Wohnhaus waren erstmals getrennt. In offenen Landschaften wurden die Häuser zusätzlich durch Palisaden geschützt. Während der Hallstattzeit entstanden die ersten Burgen und Siedlungen, die nicht durch die Landwirtschaft geprägt waren. In der Laténezeit gab es bereits die ersten fürstlichen Herrenburgen.

Die Kulturen der Eisenzeit

Die Eisenzeit ist durch verschiedene kulturelle Entwicklungen geprägt. In der frühen Eisenzeit, im 6. und 7. Jahrhundert bildete sich auf dem Gebiet zwischen Oder und Elbe die Billendorfer Kultur heraus. Sie ging aus der Lausitzer Kultur hervor, die in der Bronzezeit vorgeherrscht hatte. Eines der Kennzeichen der Billendorfer Kultur war der Bau von Burgwällen, die noch heute in Niederschlesien oder im Spreewald sichtbare Zeitzeugen sind. Eine Kultur der älteren Eisenzeit war die Hallstattkultur, in der sich erstmals hierarchische Gesellschaftsstrukturen herausbildeten. Sie ist außerdem durch reich ausgestattete Gräber (Grabhügel) gekennzeichnet, denen ganze Pferdewagen hinzugegeben wurden. Durch den Handel mit Eisen entstand eine Oberschicht, die sich ihre eigenen herrschaftlichen Häuser bauten. Ab circa 600 v.Chr. bis zur Zeitenwende war die Jastorfkultur bestimmend, die sich aus der Hallstattkultur entwickelte. Diese vorrömische Eisenzeit war zunächst auf das Gebiet des heutigen Schleswig-Holsteins und Niedersachsen beschränkt, es konnten aber auch in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern Funde gemacht werden, die eine Jastorfkultur nahelegen.

Handwerk und Handel

Eisen löste Bronze ab, weil es härter und somit noch universeller nutzbar war. Das Rohmaterial für kunstvoll geschmiedete Werkzeuge und Waffen wurde aus zahlreich vorkommenden Eisenerzlagerstätten gewonnen. Diese fanden sich beispielsweise am Bodensee und im Alpenvorland. Zudem schreitet die Salzgewinnung weiter voran, Salz wird ebenfalls zum Handelsprodukt. Neu ist in der Eisenzeit die Verwendung von Graphit als Färbemittel sowie als Bindemittel für Tongefäße. Die Kelten hingegen waren für ihr lederverarbeitendes Handwerk berühmt. In der Eisenzeit entstand auch eine der wichtigsten Handelsrouten: der Rhein-Rhône-Graben. Sie ermöglicht den Handel mit Mittelmeerländern und den Import von Wein. Neben dem Handwerk und den Handelsbeziehungen intensiviert sich auch die Landwirtschaft. Es werden nun neben Weizen auch Roggen und Hafer angebaut.