Römisches Reich

Das Leben der Germanen war viele Jahre lang durch den Kontakt und kriegerische Auseinandersetzungen mit den Römern gekennzeichnet. Die vielen erfolglosen Versuche, das germanische Gebiet in das Römische Reich einzugliedern, waren letztendlich auch einer der Gründe für den Niedergang des römischen Imperiums. Dieses lässt sich grob in vier historische Abschnitte einteilen. Zunächst gab es die römische Königszeit, gefolgt von der römischen Republik, diese wurde abgelöst vom Prinzipat und den Entwicklungen in der Spätantike.

Aufstieg und Fall des Römischen Reiches

Die Geschichte des Römischen Reiches beginnt mit der blühenden Stadt Rom, die um 600 herum gegründet wird. Der Legende nach geht die Stadtgründung auf Romulus und Remus zurück. Immer wieder gibt es nun Eroberungszüge, um das Reich noch größer zu machen. Seine größte Ausdehnung erreicht es 117, das Reich umfasst ein Gebiet, das vom Atlantik und der Nordsee bis zur Sahara reichte. Fast alle Länder des Mittelmeerraums gehören zum Römischen Reich. Der letzte römische König, Tarquinius Superbus, wird 509 vertrieben, Rom wird zur Republik. Aber auch diese Zeit war von politischen Spannungen und Bürgerkriegen geprägt. Es kam zu Konflikten bei der Landverteilung, Reformen konnten sich aufgrund des konservativen Senats nicht durchsetzen. Die Krise endet damit, dass Augustus zum ersten Kaiser des Römischen Reichs wird. Nach weiteren Auseinandersetzungen, der Teilung in zwei Reiche sowie der Varusschlacht kommt es nach 1000-jähriger Herrschaft im 5. Jahrhundert nach Christus zum Niedergang des Römischen Reiches.

Kriegerische Begegnungen zwischen den Römern und Germanen

Nachdem das Gebiet der Kelten von den Römern erobert worden war, finden sich die germanischen Stämme nun in unmittelbarer Nachbarschaft zum Römischen Reich. Noch gab es kein Einheitsgefühl unter den zahlreichen germanischen Stämmen, sie behielten ihre Eigenständigkeit, obwohl es zu einem regen Kontakt zwischen den Germanen und den Römern kam. Der erste offizielle Kontakt fand 113 v.Chr. statt, als die Kimbern in Rom einfallen und das römische Heer besiegen. Auch die folgenden Jahre sind durch ständige Auseinandersetzungen sowie dem Versuch der Römer, die Germanen in ihr Reich einzugliedern, geprägt. Schnell begriffen die Römer, dass sie die Germanen unterschätzt hatten und sicherten ihre Grenze nach Norden mit Kastellen und Wachtürmen ab. Auch der Grenzwall Limes entstand in dieser Zeit. Er sollte jedoch nicht nur militärischen Schutz gewährleisten, sondern auch den Handel mit den Germanen weiter vorantreiben. Die Römer drangen immer weiter ins germanische Gebiet vor und weiten ihr Reich aus. In der Varusschlacht, im Jahr 9 nach Christus erlitt das römische Herr eine vernichtende Niederlage gegen die Germanen unter der Führung von Arminius. Auch danach kommt es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen, Goten, Langobarden, Alemannen und Franken fallen ständig in gallische Provinzen ein.

Heutige Zeugen des Römischen Reiches

Das römische Imperium erstreckte sich zeitweise über weite Teile des heutigen Deutschlands, die Überreste dieser Eroberungen sind noch heute zu sehen. Aus den römischen Legionslagern sind deutsche Städte wie Trier, Regensburg, Augsburg und Köln geworden. Besonders Trier hatte innerhalb des Römischen Reiches eine bedeutende Funktion als Metropole inne. Hier können neben der Porta Nigra, dem am besten erhaltenen Stadttor der Antike, auch Überreste der römischen Therme, die Römerbrücke sowie die wiederaufgebaute Konstantinbasilika angesehen werden. Daneben finden sich in Deutschland Überreste militärischer römischer Bauten, Brücken und Amphitheater.