Kriege

Zur ersten urkundlichen Erwähnung der Germanen kam es, als die Stämme der Kimbern und Teutonen aus ihren angestammten Ländern auszogen und sich bald darauf mit den Römern Kämpfe lieferten. In der Schlacht bei Noreia 113 v. Chr. überrannten die Germanen die römische Kampfformation. Nur ein aufziehendes Gewitter, von den Germanen als Zeichen der Götter gefürchtet, ermöglichte den geschlagenen Römern die Flucht. Acht Jahre später erging es zwei römischen Armeen nicht besser, als sie in Südgallien abermals von den Germanen besiegt und vertrieben wurden. Die Germanen teilten sich nun auf und verwüsteten und plünderten den Süden Galliens und das heutige nördliche Spanien. Als sie wieder in Richtung Italien zogen, konnten erst die Teutonen 102 v. Chr. in der Schlacht von Aquae Sextia besiegt werden, während ein Jahr später auch die Kimbern bei ihrem Versuch, in Italien Fuß zu fassen, geschlagen und vernichtet wurden.

Vorstöße der Römer

Als sich Cäsar an die Eroberung Galliens machte, begegnete er auch den Germanen, die auf Gebieten links des Rheins siedelten. Gruppen von Harudern, Markomannen, Tribokern, Vangionen, Eudusiern und Sueben unter dem Kriegshäuptling Ariovist wurden von Cäsar besiegt und über den Rhein zurückgedrängt. In seinem Werk „Der Gallische Krieg“ beschreibt Cäsar, wie er danach in nur 10 Tagen eine Brücke über den Rhein errichten ließ, über die er mit seinen Legionen nach Germanien einmarschierte. Die eingeschüchterten Germanen gingen dem Kampf aus dem Weg, und so zog Cäsar nach kurzer Zeit unverrichteter Dinge wieder ab. Nach Jahren der Ruhe wagten die Germanen wiederum einen Vorstoß und fielen nach Gallien ein, wobei es ihnen gelang, eine römische Legion zu zerstören. Das war Grund genug für den Kaiser Augustus, Germanien endlich zu erobern, um die Provinzen Gallien und Italien abzusichern. Römische Armeen überquerten den Rhein, schlugen jeglichen Widerstand nieder und gründeten Lager und Festungen, aus denen sich Städte entwickelten, die es noch heute gibt: Bonn, Asberg, Nimwegen und Mainz. Römische Erkundungszüge erreichten die Elbe und Saale, auch auf der Ems fuhren römische Schiffe. Im Jahr 5 n. Chr. war Germanien bis zur Elbe von den Römern besetzt. Zu dieser Zeit kam es zu Unruhen in ganz Germanien. Sie weiteten sich zum Aufstand aus, infolge dessen die Legionen des Varus von den Aufständischen zerstört wurden. Die Vernichtung der römischen Besatzungstruppen nutzten die Germanen, all das Gebiet bis zum Rhein wieder zurückzuerobern. Großangelegte Gegenangriffe der Römer in den darauffolgenden Jahren brachten keine Entscheidung, sodass Germanien germanisch blieb und wieder sich selbst überlassen war.

Verteidigungskriege

Die Zeit der Ruhe sollte für die Römer nicht lange anhalten, als im Jahr 160 n. Chr. wieder germanische Stämme ins Römische Reich einfielen. Diesmal war der Donauraum betroffen, und die Abwehrkämpfe, die die Römer dort über mehr als 20 Jahre ausfochten, sollten als Markomannenkriege in die Geschichte eingehen. Rom konnte die Barbaren einstweilen noch unter großen Verlusten aufhalten, doch innere Konflikte und Kriege mit fremden Mächten an allen Grenzen schwächten das Reich mehr und mehr. Die Wanderbewegung von Stämmen in Richtung der römischen Provinzen nahm indessen zu, sodass das Reich der Ansiedlung von Barbarenstämmen innerhalb der Reichsgrenzen zustimmen musste. Diese wurden unter der Bedingung aufgenommen, die Grenzen vor anderen Stämmen zu bewachen. Jedoch drängten immer mehr Stämme über die Grenzen und das nunmehr geteilte Römische Reich konnte nicht mehr verhindern, dass Barbaren die Provinzen besetzten und auf römischem Boden eigene Königreiche schufen. Durch den Verlust der Steuereinnahmen in den besetzten Provinzen konnten keine neuen Armeen mehr bezahlt werden, was die Verteidigungskraft des Weströmischen Reichs vollends zerstörte. Schließlich wurde das weströmische Kaisertum im Jahr 476 abgeschafft, die germanischen Provinzfürsten übernahmen die Kontrolle und das Weströmische Reich ging endgültig unter.