Beowulf Epos

Das Beowulf Epos ist das bedeutendste Werk anglosächsischer Literatur, der Held selbst eine der bekanntesten germanischen Sagengestalten. Entstanden ist das in Stabreimen verfasste Werk vermutlich um 730 herum, der Verfasser ist unbekannt. Beowulf bedeutet übersetzt soviel wie Bienenwolf.

Das Beowulf Epos

Obwohl Beowulf in altenglischer Sprache verfasst wurde, spielt der gesamte Inhalt im Skandinavien des sechsten Jahrhunderts. Inhaltlich ist das Epos in drei Teile gegliedert, jeder der Teile ist durch einen Kampf charakterisiert. Der Held Beowulf aus Gotland fährt nach der Zustimmung seines Königs zum dänischen König Hrothgar. Dessen Land wird von einem menschenverschlingenden Monster – Grendel – heimgesucht. Als sich Beowulf und seine Männer schlafenlegen, greift Grendel erneut an, einer von Beowulfs Männern wird enthauptet. Schließlich gelingt es Beowulf, Grendel tödlich zu verletzen, indem er einen Arm abtrennt. Grendel zieht sich in sein Heim in den Sumpfgebieten zurück, um zu sterben. Im zweiten Teil erscheint erstmals Grendels Mutter, um den Tod ihres Kindes zu rächen, Beowulf kann auch sie töten. König Hrothgar beschenkt den jungen Krieger reichhaltig, auch das Familienerbe, das Schwert Nægling überreicht er ihm. Beowulf kehrt nach Hause zurück und wird König. Das Schicksal wendet sich erneut, als einer seiner Sklaven einen goldenen Pokal von einem Drachen stiehlt. Dieser bemerkt den Diebstahl und greift die Stadt an, Beowulf kämpft gegen den Drachen und wird tödlich verletzt. Beowulf stirbt an dem Biss des Drachen und wird mit dem Drachenschatz auf einer Klippe begraben.

Einflüsse und Parallelen

Über mögliche Einflüsse und Parallelen gibt es nur Theorien, aufgrund der schwachen Quellenlage kann nie Gewissheit über die Vorbilder für diese Heldensage geben. In der Wissenschaft wurden skandinavische, irische und klassische Einflüsse diskutiert. Wilhelm Grimm war einer der Ersten, der das Beowulf Epos mit irischer Folklore in Verbindung bringt. Als Vorbild für die Geschichte soll das irische Fest Bricriu gedient haben. Des Weiteren sollen Homers Odyssee sowie Virgils Äneis großen Einfluss auf die Entstehung der Geschichte gehabt haben. Als wichtigster Einfluss aber kann die nordische Kriegertradition angesehen werden. Werte wie Mut, Tapferkeit und Ehre nehmen einen großen Stellenwert in Beowulf ein. Auch das Schicksal ist ein wichtiger Faktor; es entscheidet über den Ausgang des Kampfes, nicht der Krieger selbst. Daneben finden sich viele christliche Elemente.

Einfluss des Beowulf auf die Kultur

Kaum eine andere Heldensage hatte so großen Einfluss auf nachfolgende Schriftsteller. J.R.R. Tolkien etwa übernahm Namen und Elemente aus Beowulf für seine legendären Mittelerde-Romane, Neil Gaiman schrieb eine futuristische Neufassung namens Baywolf. Mittlerweile gibt es auch diverse Verfilmungen des Beowulf-Stoffs, meist wird aber nur der erste und zweite Teil des Epos’ verarbeitet. Als authentischste Version wird hier der 2005 von Sturla Gunnarsson bearbeitete Film gesehen, Gerard Butler spielt den Beowulf. Weniger realistischere Umsetzungen sind die 3D-Version „Die Legende des Beowulf“ sowie „Beowulf“ mit Christopher Lambert in der Hauptrolle, der Film spielt in einer postapokalpytischen Zukunft.