Germanische Gottheiten

Die Gesamtheit der germanischen Gottheiten ergibt sich aus den Überlieferungen der einzelnen Siedlungsgebiete. Im Einzelnen sind dies die nordischen, angelsächsischen und althochdeutschen Quellen. Dabei bietet die nordische Mythologie die größte Bandbreite an Informationen. Sächsische und gotische Zeugnisse gibt es kaum.

Die bekanntesten germanischen Gottheiten

Hauptgott war Odin oder auch Wotan, bei den Südgermanen Wodan. Nach ihm wurde der Mittwoch benannt (wodan-wednesday). Zu Odin gibt es die meisten Informationen. So ist etwa bekannt, dass er einäugig ist. Sein Auge ist ein Pfand, um seherische Kräfte zu erlangen. Odin reitet auf seinem Pferd Sleipnir, seine treuesten Gefährten sind die Raben Hugin und Munin. Auch zu Thor, dem Donnergott ist viel bekannt. Bei den Südgermanen ist er als Donar, bei den Sachsen und Friesen als Thuner, bei den Angelsachsen als Thunor bekannt. Er spielt eine wichtige Rolle als Herrscher über Donner, Regen, Blitz und den Wind. Bei den Bauern wird er als Vegetationsgott verehrt, für die Seefahrer fungiert er als Wettergott. Daneben soll er Midgard beschützen. Nach Thor wurde der Donnerstag benannt. Bekannt ist auch, dass er stets eine primitive Waffe bei sich trug, entsprechend der Überlieferung handelte es sich dabei um eine Keule, eine Axt oder einen Hammer. Der Dienstag wurde nach dem Rechts- und Kriegsgott Tyr benannt (teiwaz-tuesday).Er war zunächst der Gott des Rechts und wird später zum Kriegsgott, in der römischen Entsprechung ist Tyr der Kriegsgott Mars, der griechische Gott des Kampfes heißt Ares. Den Namen des Freitags stammt von der Gottesmutter Frigg oder Frija. Sie ist Ehefrau Odins und Schutzherrin der Ehe und Mutterschaft. Gemeinsam mit Odin zeugt sie die Götter Balder, Hermor, Bragi und die Walküren, daneben soll sie die Wolken gewebt haben. Oft wird sie mit der Fruchtbarkeitsgöttin Freya verwechselt. Ein weiterer bekannter germanischer Gott ist Loki, er ist teils göttlich, teils ein Riese, zudem kann er sich in verschiedene Gestalten verwandeln. R verursacht den Tod Balders und führt den Weltuntergang (Ragnarök) herbei. Mit Einsetzen der Christianisierung wird Loki Luzifer gleichgesetzt.

Die Welt der Götter

Heimat aller germanischen Götter, Menschen und anderer Gestalten ist Yggdrasil, die Weltenesche. Deren Krone wölbt sich über Asgard, den Sitz der Götter. Die Wurzeln reichen bis nach Midgard, dem Wohnort der Menschen. Daneben gibt es bei den Germanen auch die Hölle – Utgard – die Welt der Toten. Für die Germanen war die Hölle ein düsterer, kühler Ort, an dem Menschen bestraft wurden.

Germanische Götter in der Kultur

Immer wieder wird die germanische Götterwelt sowie einzelne Götter in Filmen verarbeitet. Die bekannteste Umsetzung ist der dänische Trickfilm „Walhalla“ aus dem Jahr 1986, er spiegelt sowohl die Götter- als auch die Menschenwelt wider. 2011 werden die Götter erneut lebendig, im Hollywoodfilm „Thor“.