Pagane

Pagane Religionen werden auch als Heidentum bezeichnet. Unter Paganismus fasst man mehrere unterschiedliche Glaubensrichtungen zusammen. Sie entstammen allesamt der vorchristlichen Zeit und sind durch den Glauben an mehrere Götter (Polytheismus) gekennzeichnet.

Ablehnung der paganen Religionen

Das Ende des klassischen Paganismus wird durch die Einführung des Christentums und des Islam als Staatsreligion eingeläutet. Paganen wurden von den Anhängern monotheistischer Religionen – also des Judentums, Islam und Christentums – schon zu Beginn als Ungläubige bezeichnet. Diese starke Ablehnung richtete sich zunächst gegen griechische und römische Religionen, später auch gegen andere pagane Religionen. Viel später wird Heidentum gar als Aberglaube abgetan, deren Anhänger missioniert werden müssten. Zwar gab es immer wieder Versuche, heidnische Bräuche zu christianisieren, jedoch finden sich noch im 4. Jahrhundert pagane Religionen. Auch innerhalb des Islam betrachtet man Paganismus als falsch. Anhänger paganer Religionen stehen hier noch heute außerhalb des Gesetzes und genießen keinen Schutz. Während der Kreuzzüge wurde der Begriff „Heide“ zunächst auf muslimische Sarazenen angewandt und später immer weiter ausgedehnt.

Verschiedene pagane Religionen

Zu den paganen Religionen zählt man alle Glaubensrichtungen, die nicht dem Islam, Judentum oder dem Christentum zugeordnet werden können. Ein Großteil der Religionen des Altertums war noch polytheistisch, in Griechenland gab es ein mit Zeus, Hera und Co. ein ganzes Pantheon verschiedener Gottheiten. Heute sind die paganen Religionen sehr unterschiedlich, es gibt polytheistische, animistische sowie pantheistische Religionen. Zu den bekanntesten Richtungen gehören der Buddhismus, Schamanismus, Alchimismus und Shintoismus. Besonders die Naturreligionen nehmen einen großen Stellenwert ein, da sie sich bewusst von der Buchreligion abwenden und sich der Achtsamkeit gegenüber den Mitmenschen sowie die freie Ausübung des Glaubens zuwenden.

Paganismus heute: Neopaganismus

In vielen industrialisierten Länden, besonders aber in den USA, Großbritannien und Deutschland entwickelte sich eine Strömung entgegen der großen anerkannten Weltreligionen. Heutige Ausprägungen der paganen Religionen, als Neopaganismus oder Neuheidentum bezeichnet, gehen oft in die esoterische Richtung. Das Prinzip lautet Rückbesinnung. Oft versuchen die Anhänger vorchristliche Kulte, besonders aus germanischer und keltischer Zeit wiederzubeleben. Speziell in den Naturreligionen wie Wicca, der größten paganen Religion, geht es um eine naturnahe Lebensweise, den Schutz von Umwelt und Tierwelt sowie das bewusste Erleben der Natur. Das weibliche Prinzip sowie die Verehrung weiblicher Gottheiten ist in Naturreligionen weit verbreitet. Das individuelle Glaubenserlebnis steht im Mittelpunkt, der predigende Priester gerät in den Hintergrund. Zudem werden die hierarchisch organisierten Religionen wie das Christentum offen kritisiert. Viele dieser paganen Religionen sind mittlerweile sogar offiziell anerkannt, wie das Asatru. Diese Variante des nordisch-germanischen Neuheidentums ist in Island seit 1973 anerkannt, auch in Norwegen, Australien und Dänemark sind die Asatru-Glaubensgemeinschaften offiziell anerkannt.