Westgermanen

Die Cherusker waren ein germanischer Stammesverband, der im heutigen Ostwestfalen und Niedersachsen angesiedelt war. Erstmals wurden sie von Cäsar in seinem Werk über den Gallischen Krieg erwähnt. Als die Römer sich an die Eroberung Germaniens machten, führten sie Krieg gegen die Cherusker, welche an der Spitze eines Stammesverbundes die Römer im Jahr 9 n. Chr., in der Schlacht im Teutoburger Wald entscheidend besiegten. Im Jahr 17 besiegte das gleiche Bündnis die Markomannen und ihren König Marbod. Nach dem Tod Arminius´ wurde der Stamm durch innere Streitigkeiten so geschwächt, dass er in der späteren Geschichte keine Rolle mehr spielte und schließlich im Stammesverband der Sachsen aufging.

Chauken

Die Chauken waren den Römern durch die Feldzüge des Drusus 12 v. Chr. bekannt geworden. Bei einem Germanienfeldzug des Tiberius um 4 bis 5 n. Chr. gerieten sie in den Herrschaftsbereich der Römer. Möglicherweise waren die Chauken an der Schlacht im Teutoburger Wald beteiligt. Der letzte römische Legionsadler der untergegangenen Legionen wurde im Jahr 41 aus dem Besitz der Chauken von den Römern zurückerobert. In der Folge kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen Römern und Chauken, die auch als Seeräuber berüchtigt waren. Im 4. Jahrhundert wurden sie zum letzten Mal erwähnt und gingen in der Zeit womöglich in den Stämmen der Friesen und Sachsen auf.

Friesen

Die erste schriftliche Erwähnung vom Gebiet der Friesen stammt von dem Griechen Pytheas von Massilia, der die Insel Helgoland 325 v. Chr. erreichte. Die Friesen selbst werden erstmals von Plinius dem Alteren beschrieben, der den Feldzug des Drusus beschreibt, mit dem die Friesen sich im Jahr 12 v. Chr. verbünden. In den Jahren 28 bis 47 proben die Friesen den Aufstand gegen die römische Unterdrückung. Der Aufstand wurde zwar von den Römern niedergeschlagen, führte aber zu schweren Verlusten unter den Legionären. Bis zu 5. Jahrhundert gibt es keine Informationen über die Friesen, bis sie zur Zeit der Völkerwanderung wieder in Erscheinung traten. Sie besetzten bis zum Ende des 6. Jahrhunderts die Nordseeküste bis zur Mündung der Weser und vertrieben den Stamm der Chauken. Im Süden breiteten sie sich bis nach Dorestad und Brügge aus. Kurz darauf eroberte der Frankenkönig Karl Martell den westlichen Teil Frieslands und schließlich den Rest des Landes. Den Friesen gelang es danach, die fränkischen Grafen zu vertreiben und sich in der sogenannten „Friesischen Freiheit“ freiheitlich und genossenschaftlich zu verwalten. Diese Zeit dauerte bis zum 14. Jahrhundert, schließlich wurde Ostfriesland von Preußen in Besitz genommen. Noch heute sind die Friesen als nationale Minderheit anerkannt.