Aktivitäten

Gemeinsame Aktivitäten sind in der Studentenverbindung das wichtigste Element. Sie dienen einerseits der Traditionspflege und andererseits der Entwicklung des Gemeinschaftsgefühls. Schließlich ist allen Studentenverbindungen das Lebensbundprinzip gemein – man ist bis ans Lebensende freundschaftlich verbunden.

Traditionelle Aktivitäten: Das Kneipen

Zu den bedeutendsten Anlässen innerhalb der Studentenverbindung gehört das sogenannte Kneipen. Dies hat zweierlei Bedeutung. Zum einen ist damit die traditionelle studentische Feier gemeint, zum anderen der Veranstaltungsort – der Kneipsaal – selbst. Letzterer befindet sich meist im Verbindungshaus und erinnert in seiner Aufmachung sehr an die alten Ursprünge. Das Kneipen ist in der Regel stark formalisiert, der ritualisierte Ablauf ist in den Kneip-Commenten festgehalten. Zum Ablauf gehören gewöhnlich Reden, das Singen von Studentenliedern und das Trinken von Bier. Bei den Kneipfeiern wird der Couleur getragen, das heißt, die Farben der Verbindung werden in Form der Mütze, eines Verbindungsbandes und meist der Festuniform (Charge) getragen. Bei offiziellen Kneipen sind neben der Aktivitas auch die Alten Herren eingeladen, sowie oft auch die Mitglieder befreundeter Verbindungen. Frauen sind bei Kneipfeiern meist ausgeschlossen, bei größeren Festivitäten, etwa dem Stiftungsfest, dürfen sie aber dabei sein. Während des Kneipens sitzen die Studenten am Tischen und trinken Bier, es gibt ein Gästebuch und einen strengen Ablauf. Dass dieser auch eingehalten wird, stellt der Chargierte sicher. Er unterbricht im Laufe der Feier mehrmals die Bierrunde, um Reden zu halten oder zum Liedersingen aufzufordern. Neben der einfachen Kneipe, die mehrmals im Monat stattfindet, gibt es verschiedene Sonderformen. Die bekannteste von ihnen ist der Kommers – darunter versteht man die feierliche Form der Kneipe. Der Kommers findet meist zu Jubiläen oder dem Stiftungsfest statt. Außerdem gibt es Damenkneipen, bei denen auch Frauen erwünscht sind, und die Kreuzkneipe, bei dieser feiern zwei befreundete Studentenverbindungen miteinander.

Aufbau des sozialen Netzwerks

Neben dem formellen Kneipen gibt es eine Reihe informeller Aktivitäten, die ebenfalls dazu dienen, die Gemeinschaft zu stärken und aktiv dem Verbindungsleben zu frönen. Vorträge, Diskussionsabende, aber auch Grillabende und Reisen zu anderen Verbindungen gehören zum Studentenleben dazu. Außerdem geht es gezielt um den Aufbau weiterer Kontakte, etwa in Form von Kartellen oder Dachverbänden. Auf jährlich stattfindenden Tagungen und Kongressen treffen sich die Mitglieder, um sich näher kennenzulernen. Das wichtigste Fest im Kalender einer Studentenverbindung aber ist das Stiftungsfest, die Feier anlässlich des Gründungstages der Verbindung. Zu diesen sind meist alle Alten Herren anwesend, die zusammen mit ihren Familien anreisen. Charakteristische Veranstaltungen auf dem Stiftungsfest sind der Stiftungsfestball und der Stiftungskommers.

Das studentische Fechten

In schlagenden Verbindungen gehört außerdem das Fechten zum festen Bestandteil des Studentenlebens. Mehrmals die Woche wird unter Aufsicht und alleine trainiert (Pauken), mit dem Ziel mehrere Partien gegeneinander auszutragen. Die Mensur, die sportliche Auseinandersetzung zweier Studenten, soll nicht nur der körperlichen Ertüchtigung dienen, sondern auch die Persönlichkeit und das Selbstbewusstsein stärken. Das regelmäßige Training nimmt viele Stunden in Anspruch, außerdem erfordert es viel Disziplin und Selbstkontrolle. Die Verletzung im Gesicht, den sogenannten Schmiss, nimmt jedes Mitglied einer schlagenden Verbindung in Kauf.