Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks

Die Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks ist eine akademische Verbindung an der Friedrich-Wilhelm Universität in Bonn. Sie bezeichnet sich selbst als rote Burschenschaft, legt also großen Wert auf politische Werte. Innerhalb der Burschenschaft gilt die Mensur als verpflichtend, es müssen mindestens drei Partien geschlagen werden. Wahlspruch ist „Gott Ehre Freiheit Vaterland!“, die Farben „Weiß-Schwarz-Rot-Gold“, diese entstammen den Farben der vier Breslauer Bünde, aus denen die Burschenschaft gebildet wurde. Zu feierlichen Anlässen wird die Uniform des Lützowschen Freikorps getragen. Zur Festkleidung gehören neben der schwarzen Mütze außerdem ein schwarzer Waffenrock mit goldenen Knöpfen, weiße Handschuhe und ein schwarzes Halstuch. Die Mitglieder der Burschenschaft nennen sich selbst Raczeks, der Name stammt von einem Gastwirt, bei dem sich die Mitglieder 1819 zu geheimen Treffen einfanden. Die Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks ist außerdem Gründungsmitglied der Burschenschaftlichen Gemeinschaft und im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) organisiert.

Prinzipien und Wertvorstellungen

Da sich die Burschenschaft selbst als politische Verbindung ansieht, wird auch von den Mitgliedern politisches Interesse und Engagement erwartet. Sie müssen sich zum Menschenrecht auf eine Heimat und zum Prinzip der Bodenständigkeit bekennen. Außerdem legt die Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks großen Wert auf die Erhaltung alter Bräuche und die Bewahrung ostdeutscher Geschichte.

Geschichte

Nachdem die Universität in Frankfurt an der Oder nach Breslau verlegt worden war, wurde 1817 aus den zwei Landsmannschaften, die ebenfalls ihren Sitz nach Breslau verlegt hatten, eine neue Bruderschaft. Aus der Jenaer Urburschenschaft entstand die Breslauer Burschenschaft, sie nannte sich zunächst noch Teutonia, und auch Arminia. Zwei Jahre später musste die Burschenschaft als Folge der Karlsbader Beschlüsse in den Untergrund gehen. Fast zwanzig Jahre lang traf man sich geheim bei dem Gastwirt Raczek, 1872 wurde sein Name dem Titel der Burschenschaft hinzugefügt. 1935 löste sich der Dachverband der Deutschen Burschenschaft auf, mit ihm auch alle ihm angehörigen Burschenschaften. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden aus den Burschenschaften „Kameradschaften“. 1950 wurden die alten Breslauer Burschenschaften zusammengeschlossen, dazu gehören die Alten Herren der Breslauer, Cherusker, Raczeks und Germanen. Es entstand der Bund Alter Burschenschafter (BABB e.V). 1967 feierte man das 150-jährige Bestehen, anlässlich des Jubiläums wurde der Name in Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks.

Bekannte Mitglieder

Auch die Alte Breslauer Burschenschaft der Raczeks hat viele bekannte Mitglieder hervorgebracht. Adzu gehören der Professor Hans-Werner Bracht, der Journalist Max Friedländer sowie der Balladendichter Moritz Graf von Strachwitz. Das wohl prominenteste Mitglied aber war wohl Ferdinand Lasalle, Schriftsteller und sozialistischer Politiker. Er war Präsident des 1863 gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV). Damit ist Ferdinand Lasalle einer der Gründerväter der SDP, die aus der ADAV und der SDAP hervorgegangen ist.