Alte Straßburger Burschenschaft Germania

Zwar ist die Straßburger Germania nach der französischen Stadt benannt, jedoch hat sie heute ihren Sitz in Tübingen, an der Eberhard Karls Universität. Die Germania ist pflichtschlagend, trägt die Farben „Schwarz-Silber-Rot“ mit goldenem Abschluss und ist Mitglied im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“. Bis 1961 gehörte sie außerdem zum „Weißen Kreis“, ein Zusammenschluss konservativer Burschenschaften. Wahlspruch der Alten Straßburger Burschenschaft Germania ist: „Ehre, Freiheit, Vaterland“.

Prinzipien und Wertvorstellungen

Sogenannte weiße Verbindungen legten besonderen Wert auf das Zusammenleben an der Universität sowie der Pflege gewisser Umgangsformen. Zwar gibt es den „Weißen Kreis“ nicht mehr, jedoch legt die Straßburger Germania noch immer Wert auf außerordentliches Engagement ihrer Mitglieder. Dies beginnt mit der regelmäßigen Teilnahme an den Veranstaltungen und endet mit gesellschaftlicher Teilhabe. Wie alle Studentenverbindungen gilt auch für die Germania das Lebensbundprinzip. Dabei kommt der umgekehrte Generationenvertrag zum Tragen. Während des Studiums unterstützen die Alten Herren die aktiven Mitglieder, nach dem Abschluss sind die neuen „alten Herren“ zur ideellen und finanziellen Förderung verpflichtet.

Geschichte

Die Geschichte der Alten Straßburger Germania ist sehr wechselhaft, so muss die Burschenschaft gleich mehrere Male ihr Hauptquartier in eine andere Stadt verlagern. Gegründet wird sie jedoch in Straßburg, am 30. Juni 1880. Erst nach dem Jahr 1890 kann sich die Burschenschaft dauerhaft etablieren. Eines der Ziele ist etwa die Gründung eines Ausschusses von Straßburger Studenten ähnlich dem AStA heute. Als sich ein Großteil der aktiven Mitglieder für den Ersten Weltkrieg meldet, kommt das Verbindungsleben fast zum Erliegen. Als die Stadt Straßburg in den Jahren 1918 an Frankreich fällt und die Universität ihre Vorlesungen in französischer Sprache abhält, kehrt die Burschenschaft der Stadt den Rücken und geht nach Frankfurt am Main. Hier wird 1919 die „Alte Straßburger Burschenschaft Germania“ neu gegründet, die neue, alte Burschenschaft wird so erfolgreich wie nie zuvor. Jedoch muss sie sich in der Zeit des Nationalsozialismus auflösen, sie tritt ebenfalls aus der „Deutschen Burschenschaft“ aus. Als in Straßburg die Reichsuniversität gegründet wird, kehren die Mitglieder in ihre Gründungsstadt zurück, nur um sie 1944 wieder zu verlassen. Der Neuanfang gelingt schließlich in Tübingen, zum 70-jährigen Jubiläum erhält sie ihren neuen Namen „Alte Straßburger Burschenschaft zu Tübingen“.

Bekannte Mitglieder

Bekanntester Ehemaliger ist Otto Loewi, Pharmakologe und Nobelpreisträger für Medizin. Daneben gilt auch Otto Meißner, seines Zeichens Sekretär unter Hindenburg und Hitler.