Berliner Burschenschaft Germania

Die Berliner Burschenschaft Germania ist eine schlagende Verbindung, trägt die Farben „Schwarz-Rot-Silber“ und ist im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) organisiert. Das Verbindungshaus steht in Berlin-Grunewald. Frauen können keine Mitglieder werden, dürfen jedoch als „Bundesschwestern“ an Feierlichkeiten teilnehmen.

Prinzipien und Wertvorstellungen

Die Berliner Burschenschaft Germania bekennt sich zu den Prinzipien der Urburschenschaft: „Ehre, Freiheit, Vaterland“, dies ist ebenfalls der Wahlspruch der Verbindung. Es gilt das Lebensbundprinzip, als Freundesnetzwerk sollen die im Studium geschlossenen Freundschaften ein Leben lang gelten. Einer der Eckpfeiler der Tradition, welche die Berliner Burschenschaft Germania, weiterhin pflegt, ist der studentische Fechtkampf (Mensur). Er wird als Ideal des ritterlichen Kampfes verstanden, zudem soll der Kampf das Selbstbewusstsein stärken und die Mitglieder Selbstbeherrschung und Disziplin lehren. Obwohl die Burschenschaft stark dem Brauchtum verpflichtet ist, versucht sie doch der Moderne gegenüber aufgeschlossen zu sein. Mitglieder sollen zu verantwortungsbewussten, engagierten und politisch informierten Erwachsenen werden. Gleichzeitig sind Toleranz, Teamfähigkeit, Verteidigung der Demokratie sowie selbstständiges Denken gefordert. Während der Fuchsenzeit werden die angehenden Burschen in der deutschen Geschichte unterrichtet. Aber auch in der Berliner Burschenschaft Germania kommt die Geselligkeit mitsamt dem Kneipen und Festivitäten nicht zu kurz.

Geschichte

Die Berliner Burschenschaft Germania wird 1862 gegründet und ist damit die zweitälteste Burschenschaft in Berlin. Ähnlich wie bei vielen anderen Burschenschaften liegen auch bei der Berliner Germania die Wurzeln in der Urburschenschaft begründet. Das Wartburgfest 1817, zu dem die Jenaer Burschenschaft eingeladen hatte, gilt als wichtigstes Ereignis im Kalender. Im Oktober 1935 musste sich die Germania auf Druck der politischen Führung auflösen. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1949, kommt es jedoch zur Wiedergründung. Mit dem Bau der Mauer erlebt die Berliner Burschenschaft Germania eine weitere Krise, die Mitglieder bleiben aus, deshalb wird der Sitz 1976 kurzzeitig nach Dortmund verlegt. Im Jahr 199 kehrt die Germania aber nach Berlin zurück.