Bonner Wingolf

Der Bonner Wingolf ist eine christliche, nichtschlagende Studentenverbindung an der Bonner Friedrich-Wilhelm-Universität, sie ist Mitglied im Wingolfsbund. Zudem ist sie die älteste Wingolfsverbindung, die Mitglieder des Bonner Wingolfs werden als Wingolfiten bezeichnet. „Wingolf“ ist die altnordische Bezeichnung für einen Raum neben Walhall, dem Ruheort gefallener Kämpfer. Der Bonner Wingolf trägt die Farben „Schwarz-Weiß-Rot“ und nutzt den Wahlspruch „Fromm, frisch, froh, frei“, der an die Turnbewegung des Friedrich Ludwig Jahn angelehnt ist.

Prinzipien und Wertvorstellungen

Anfangs folgten die Mitglieder des Bonner Wingolf den Prinzipien der Sittlichkeit, der Wissenschaftlichkeit sowie der Geselligkeit. In der heutigen Zeit sind dem Bonner Wingolf christliche Werte sehr wichtig. Toleranz, Nächstenliebe, Freundschaft und Verantwortungsbewusstsein sind solche Eckpfeiler. Religiosität ist ein wichtiges Aufnahmekriterium, die Mitglieder müssen sich zu Jesu Christi als ihren Herrn bekennen. Wie in anderen Verbindungen steht das gesellige Zusammensein an oberster Stelle. Was früher jedoch Vereinsabende, Erbauungskränzchen, und das Stiftungsfest waren, sind heute Grillpartys, literarische Abende und Ausflüge zu anderen Verbindungen.

Geschichte

Der Bonner Wingolf wurde am 19. Dezember 1841 gegründet, Gründungsort war die
Friedrich-Wilhelm-Universität in Bonn. Der eigentlichen Studentenverbindung ging eine Theologenvereinigung voraus, die sich regelmäßig in der Theologenkneipe traf. Erkennungszeichen der Mitglieder war zunächst ein schwarzes Barett. Da auch viele Ausländer an der Friedrich-Wilhelm-Universität studierten, wies die Studentenverbindung ebenfalls viele Engländer, Schweizer und Finnen auf. Es kam zur Gründung eines Berliner Ablegers des Bonner Wingolfs, dieser wurde später zum Berliner Wingolf. Im Sommersemester benannte sich die Verbindung in Germania um. Zwei Jahre später beginnt der langsame Abstieg der Germania, 1849 löst man den Bonner Wingolf auf. 1856 kommt es zu erneuten Gründung eines neuen Bonner Wingolf, die Farben und der Wahlspruch wurden von dem Vorgänger übernommen. In den 60er Jahren treten die alten Mitglieder dem neuen Wingolf bei. 1894 entsteht das erste Verbindungshaus, heute steht es in der Adenauerallee. In der Stadtvilla gibt es neben der Kneipetage auch einen „Kleinen Saal“, die traditionelle Ledergarnitur findet man hier ebenso. Auf Druck der Nationalsozialisten wird der Bonner Wingolf aufgelöst, jedoch 1948 wiedergegründet.

Bekannte Mitglieder

Damals galt Gottfried Kinkel, seines Zeichens Theologe, als prominentestes Mitglied. Später wurde er als Politiker und Dichter von Kirchenliedern bekannt. Überhaupt gingen aus dem Bonner Wingolf hauptsächlich Theologen hervor. Neben Kinkel sind Theodor Weber und Hugo Reich bekannte Mitglieder der Gesellschaft geworden. Auch Konrad Duden, Begründer der gleichnamigen Rechtschreib-Bibel war ein Mitglied des Bonner Wingolfs. Zu den neueren Mitgliedern gehört unter anderem Wolfgang Kahrs, ehemaliger Justizsenator in Bremen.