Braunschweiger Burschenschaft Germania

Die Braunschweiger Burschenschaft Germania ist die älteste Burschenschaft in Braunschweig, sie ist fakultativ schlagend und trägt die Farben „Schwarz-Rot-Gold“; sie bekennt sich damit zu den Prinzipien der Urburschenschaft. Bei feierlichen Anlässen wird außerdem eine rote Mütze getragen, die Füchse tragen „Rot-Gold“. Die Braunschweiger Germania ist Mitglied im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ (DB) sowie im Freundschaftsbund Kartell „Rheinischer Ring“. Im Wappen der Germania finden sich vier Teile mit unterschiedlichen Symbolen, sie werden von einem Malteserkreuz zusammengehalten. Das erste Feld ist bestimmt durch die Treuehände, welche die lebenslange Mitgliedschaft verdeutlichen. Außerdem finden sich die aufgehende Sonne – ein Symbol für die Freiheit – und die deutsche Eiche, sie repräsentiert das Vaterland. Im letzten Wappenfeld befinden sich Laute und Schwert, die stellvertretend Sangeslust und Wehrhaftigkeit stehen.

Prinzipien und Wertvorstellungen

Wahlspruch der Braunschweiger Burschenschaft Germania wurde direkt von der Urburschenschaft übernommen: Ehre, Freiheit, Vaterland. Oberstes Ziel der Germania ist der Erhalt deutscher Traditionen. Neben den charakteristischen Kneipfeiern werden Lieder gesungen und der akademische Fechtkampf betrieben. Jedes Mitglied muss den Umgang erlernen, darf jedoch frei entscheiden, ob es die scharfe Mensur, das heißt, Partien unter den Farben der Burschenschaft mit scharfer Waffe austragen, schlagen möchte.

Geschichte

Gründungsdatum der Braunschweiger Burschenschaft Germania ist der 31.August 1861. Sieben Studenten der heutigen Technischen Universität Braunschweig, damals noch als Collegium Carolinum bezeichnet, waren die Stifter. Mit dem Ziel alle Burschenschaften an technischen Universitäten zu vereinen, wurde 1869 ein Kartell gegründet, Cheruskia Dresden und Allemania Stuttgart waren Anfangsmitglieder. Später entsteht der „Rheinische Ring“ als Verband technischer Burschenschaften. Er existiert innerhalb der Deutschen Burschenschaft.Nachdem anstelle des Sittlichkeitsprinzips das Keuschheitsprinzip in der Germania eingeführt wurde, traten einige Mitglieder aus und gründeten ihrerseits die Braunschweiger Burschenschaft Alemannia. 1876 wurde die Braunschweiger Burschenschaft Germania aufgelöst und als Corps Germano-Brunviga wiedergegründet. Nachdem auf dem Burschentag 1922 das Führerprinzip eingeführt wird, wird die Braunschweiger Burschenschaft zur militarisierten Wohnkameradschaft umgebildet. Der Dachverband „Deutsche Burschenschaft“ wird aufgelöst, damit hört auch die Germania auf zu existieren. Die gemeinsamen Traditionen werden in der Kameradschaft „Walter Flex“ fortgeführt. Nach jahrelangen geheimen Treffen wird 1946 der „Braunschweiger Studentenbund“ gegründet, drei Jahre später kommt es zur Wiedergründung der Braunschweiger Germania.

Bekannte Mitglieder

Zu den bekanntesten Mitgliedern der Braunschweiger Burschenschaft Germania gehören zum einen Emil Selenka, Zoologe und Mitbegründer des Fachmagazins „Biologisches Zentralblatt“ und zum anderen Wilhelm Bracke. Er war einer der Gründer der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Deutschland (SDAP), einer von vielen Vorläufern der heutigen SPD.