Burschenschaft Germania Erlangen

Die Burschenschaft Germania Erlangen ist eine schlagende Verbindung und zusammen mit fünf weiteren Burschenschaften Mitglied im „Süddeutschen Kartell“, dessen Wahlspruch lautet „Ein Bund an sechs Hochschulen“. Außerdem werden freundschaftliche Verhältnisse zu der Burschenschaft Arminia Prag zu Bochum sowie der Burschenschaft Jenensia Jena gepflegt. Ab 1830 sind die Farben der Erlangener Germania „Schwarz-rot-Gold“, bei feierlichen Anlässen wird außerdem eine weiße Mütze getragen.

Prinzipien und Wertvorstellungen

Die Burschenschaft Germania Erlangen beruft sich auf die Prinzipien der Urburschenschaft „Ehre, Freiheit, Vaterland“ und steht der Integration Deutschlands in die Europäische Union positiv gegenüber. Für alle Mitglieder sind politisches Interesse und die Teilnahme an den Veranstaltungen verpflichtend. Auch der Fechtsport muss ausgeübt werden, in genehmigten Partien muss unter den Farben der Burschenschaft Germania Erlangen gekämpft werden. Daneben gilt das Toleranzprinzip. Ungeachtet der Religion, des Geschlechts oder der Herkunft sollen Andere mit Achtung und Würde behandelt werden. Neumitglieder müssen sich nur zu der Bewahrung deutscher Traditionen verpflichten, Priorität liegt hingegen auf dem geselligen Zusammensein und dem sozialen Netzwerk, das den späteren beruflichen Einstieg erleichtern soll. Die Burschenschaft Germania Erlangen distanziert sich von fundamentalistischem oder extremistischem Gedankengut.

Geschichte

Gründungstag der Burschenschaft Germania Erlangen ist der 1.12.1817, an diesem Tag gründeten Erlanger Studenten die „Allgemeine Erlanger Burschenschaft“. Nach den Karlsbader Beschlüssen muss die Burschenschaft im Geheimen operieren. In den 20er Jahren kommt es zur Spaltung der Erlanger Burschenschaft in einen germanischen sowie einen arminischen Teil. Die Burschenschaft Germania Erlangen legt Wert auf patriotische Ideale und die Beibehaltung der Mensur, während die Arminia sich mehr geistigen Werten verpflichtet sieht. Am 5. Februar 1827 wird die Burschenschaft Germania Erlangen offiziell neu gegründet und wird auf den Burschentagen in Nürnberg und Würzburg als einzige Erlanger Burschenschaft anerkannt. Als Folge des Frankfurter Wachsturms löst sich die Germania Erlangen auf, um später neu gegründet zu werden. Zwischen 1850 und 1860 muss die Burschenschaft ihre Farben ablegen und nutzt jetzt „Rot-Weiß-Grün“ sowie pfirsichfarbene Mützen. 1861 wird die Germania Erlangen eines der Gründungsmitglieder des Süddeutschen Kartells. 1874 feiert sie ihr 25. Stiftungsfest, die neue Burschenschaft Germania Erlangen erhält die Anerkennung der alten Mitglieder und erhält dessen Siegel. 1936 muss sich die Burschenschaft Germania Erlangen erneut auflösen, um der Enteignung zu entgehen. Die alten Mitglieder ziehen als „Kameradschaft Wilhelm Gustloff“ in das alte Verbindungshaus und bewahren ihre Traditionen im Geheimen. Nachdem ein Spitzel davon erfährt, muss die Germania erneut aufgelöst werden. 1947 erfolgt die Neugründung unter dem Tarnnamen „Amicitia“, ab 1951/1 ist der alte Name Burschenschaft Germania Erlangen auch offiziell wieder in Gebrauch. Als die „Deutsche Burschenschaft“ die Bestimmungsmensur abschafft, tritt die Germania Erlangen aus.