Burschenschaft Germania zu Würzburg

<p style=“text-align: justify;“>Die Germania zu Würzburg ist eine Burschenschaft an der Julius-Maximilians-Universität, sie ist pflichtschlagend und trägt die Farben schwarz-gold-blau, daneben wird bei Festivitäten eine schwarze Samtmütze getragen. Neben dem Wahlspruch der Urburschenschaft „Ehre, Freiheit, Vaterland“ führt die Verbindung außerdem den Spruch „Honor praemium virtutis“, auf Deutsch „Ehre ist der Tugend Lohn“. Der Spruch stammt von dem Philosophen Aristoteles und wurde später von Thomas von Aquin übernommen. Außerdem ist die Germania Mitglied im Kartell „Schwarz-Roter-Verband“, der 1922 gegründet wurde.</p>

Prinzipien und Wertvorstellungen

<p style=“text-align: justify;“>Neben den Werten, die bereits im Wahlspruch zum Ausdruck kommen, ist es vor allem die Mensur, die eine wichtige Rolle im Verbindungsleben einnimmt. Der Fechtkampf wird als charakter- und identitätsstiftendes Ritual verstanden. Zudem stärkt der gemeinsam ausgeübte Sport das Gefühl der Gemeinschaft. Tapferkeit, Standfestigkeit und Disziplin sollen beim Fechten erlernt werden. Um sich keine Verletzungen zuzufügen, erlernen die Studenten das sogenannte Pauken. Damit sind saubere Techniken gemeint.

Geschichte

<p style=“text-align: justify;“>Das Gründungsdatum ist der 27. Juni 1818, Stifter der neuen Verbindung waren Mitglieder der Landsmannschaft „Bavaria“. Erst 30 Jahre später wurde die Burschenschaft Germania zu Würzburg durch das Bayerische Innenministerium offiziell anerkannt. Es folgt eine zwei Jahre währende Blütezeit. Danach leidet die Burschenschaft unter Mitgliedermangel und muss sich zeitweise auflösen. 1864 kommt es zur Wiedereröffnung unter dem Namen „Obskurantenverbindung Union“, später wird aus der Union die Germania. Wenig später muss sich die Verbindung erneut auflösen, bis es zu einer Fusion mit der „Corona“ kommt. 1887 wird die „Burschenschaft Germania zu Würzburg“ offiziell neu gebildet. Ab 1897 ist sie außerdem Vollmitglied im „Allgemeinen Deputierten-Convent“. Während des Nationalsozialismus’ muss sich die Burschenschaft auflösen, erst 1949 nehmen die ersten Aktiven wieder den Betrieb auf. 1950 folgt die offizielle Anerkennung durch das Bayerische Staatsministerium. 2008 tritt die Germania zu Würzburg aus der „Deutschen Burschenschaft“ aus. Viele Mitglieder traten anschließend aus der Germania aus und gründeten ihrerseits die „Würzburger Burschenschaft Libertas“.</p>

Bekannte Mitglieder

<p style=“text-align: justify;“>Zu den prominentesten Mitgliedern der Germania gehörten unter anderem Gottfried Eisenmann, Arzt und medizinischer Schriftsteller sowie Rudolf Wagner, der die Eizelle entdeckte. Auch der Offizier und Generalmajor Franz Bäke sowie Theodor Schwann gehörten zur Burschenschaft. Letzterer gab der „Schwannschen Scheide“ seinen Namen und konnte beweisen, dass Tiere und Pflanzen aus Zellen aufgebaut sind.</p>