Burschenzeit

Mit dem Ritual der Burschung werden aus Füchsen Vollmitglieder, sie übernehmen Rechte und Pflichten und können in Form des Chargierten auch Ämter ausüben. Solange studiert wird, dauert die Burschenzeit, sie endet automatisch, wenn das Studium abgeschlossen wurde. Es folgt dann die feierliche Aufnahme in die Altherrenschaft.

Wortursprung des „Burschen“

Studenten lebten zunächst in den sogenannten Bursen, die Gesamtheit der Bewohner nannte man Burse, Bursant oder Bursalis. Erst im Laufe der Zeit übertrug man den Namen auch auf die einzelnen Bewohner selbst. Im 17. Jahrhundert erfuhr der Begriff einen Bedeutungswandel, „Bursche“ wird zum allgemeinen Wort für alle Studenten. Während der „Student“ mit dem akademischen Studium verbunden war, bezog sich der „Bursche“ mehr auf das gesellschaftliche Leben während des Studiums.

Aufgaben der Burschen

Burschen müssen einerseits ihre Verbindung nach außen repräsentieren, dies geschieht meist in der Rolle des Chargierten. Daneben muss der Bursche sich aktiv am Verbindungsleben beteiligen, dazu gehören die Teilnahme an Kneipfeiern, Kommersen, aber auch den inoffizielleren Veranstaltungen wie Diskussionsabenden oder Reisen zu anderen Verbindungen. Auch die Ausbildung der Füchse spielt eine wichtige Rolle. Als Fuchsmajor übernimmt der Bursche die Anwerbung, Betreuung und Ausbildung der neuen Füxe. Wird ein Bursche als Leibvater gewählt, steht er einem Fuchs persönlich als Vertrauter zur Seite.

Amt als Chargierter

Besonders engagierte Burschen können ein Amt als Chargierter übernehmen, dabei handelt es sich um eine Führungsposition innerhalb der Studentenverbindung. Die Wahl gilt meist für ein Semester. Die Art der zur Verfügung stehenden Ämter unterscheidet sich, je nachdem ob es sich um eine schlagende oder nicht-schlagende Verbindung handelt. Bei schlagenden Verbindungen gibt es zunächst den Senior, auch als Sprecher oder Erstchargierter bezeichnet. Der Sprecher repräsentiert seine Verbindung nach außen hin, in der Regel in der Chargenuniform samt den Verbindungsfarben. Zusätzlich ist der Senior für die gesamte Organisation der Verbindung verantwortlich. Der Cosenior ist zum einen der Stellvertreter des Seniors, seine Hauptaufgabe besteht aber in der Organisation des Mensurbetriebes. Der Fechtwart kann auch für die Organisation gesellschaftlicher Veranstaltungen zuständig sein. Des Weiteren gibt es den Schrift- oder Kassenwart zu besetzen, er wird auch Sekretär, Aktuar, Subsenior oder Drittchargierter genannt. Zu seinen Aufgaben gehört die Protokollierung der Convente, des Weiteren regelt er den gesamten Schriftverkehr der Verbindung. Als Kassenwart kommt zusätzlich die Verwaltung der Finanzen hinzu. Bei nicht-schlagenden Verbindungen sind die Ämter sehr ähnlich ausgelegt. Der Cosenior entfällt selbstverständlich. Stattdessen gibt es hier den Kneipwart, er ist für die Ausgestaltung der Kneipfeiern zuständig. Beiden Verbindungsarten ist zudem der Fuchsmajor gemein. Er betreut die Füchse. In katholischen Studentenverbindungen kommt zusätzlich der Quästor hinzu, er übernimmt ähnlich des Kassenwarts die Verwaltung der Finanzen.