Corps Germania Hohenheim

Der Corps Germania Hohenheim ist eine Studentenverbindung an der dortigen landwirtschaftlichen Hochschule, die Farben sind „Schwarz-Weiß-Rot“ mit goldenem Abschluss, die Füchse tragen ein weiß-rotes Band. Bei Feierlichkeiten wird außerdem eine rote Mütze getragen. Der Wahlspruch lautet: „Einer für Alle – Alle für Einen!“

Prinzipien und Wertvorstellungen

Oberstes Prinzip der Corps Germania Hohenheim ist das der Toleranz. Ungeachtet der Religion, Nationalität oder Herkunft kann jeder Mitglied werden, der an der Universität in Hohenheim studiert. Besonders die Integration von Ausländern ist ein erklärtes Ziel. Daneben gelten allgemeine gesellschaftliche Werte wie Achtung des Nächsten. Der Corps Germania Hohenheim ist dem sogenannten Prinzip der unbedingten Genugtuung, auch Satisfaktion genannt, verpflichtet. Darunter versteht man die Wiedergutmachung einer Beleidigung mit angemessenen Mitteln. Während früher jedoch Duelle üblich waren, werden im Corps Germania Hohenheim und anderen Corps Ehrengerichte abgehalten, die einen verpflichtenden Spruch fällen.

Geschichte

Gründungstag der Corps Germania Hohenheim ist der 28. November 1871, der ursprüngliche Name lautete „Akademische Gesellschaft Gemütlichkeit“. Am 15. November 1893 erklärt sich die Verbindung zur „freischlagenden Verbindung Germania“, fortan werden die Farben öffentlich getragen. 1922 tritt der Corps Germania Hohenheim dem „Weinheimer Senioren-Convent„ (WSC) bei. Dem Bestreben geschuldet, eine möglichst breite Plattform für die Ideen des Corps zu finden, wird mit der Corps Suevia Hohenheim eine Schwestergesellschaft gegründet. Deren Farben sind „Schwarz-Gelb-Weiß“, getragen wird eine gelbe Mütze. Der Wahlspruch der Suevia Hohenheim lautet „Dem Freund das Herz, dem Feind die Stirn“. Da die Studenten- und Mitgliederzahlen ab den 20er Jahren stetig abnehmen, entschließt man sich, die Corps Suevia wieder aufzulösen. Die Alten Herren der Suevia Hohenheim treten dem Muttercorps Germania bei. Im Zuge des Nationalsozialismus löst sich auch die Mutterverbindung Corps Germania Hohenheim auf, das Germanenhaus wird enteignet. 1947 erfolgt die Neugründung als „Verband Alter Hohenheimer Germanen“. Ein Jahr zuvor war die akademische Verbindung „Der Zirkel“ ins Leben gerufen worden. Der Zirkel übernahm die Traditionen des Corps Germania und benennt sich in „Akademische Studentenverbindung Germania“ um. Die Aktiven des ehemaligen Zirkels tragen fortan die ehemaligen Farben der Suevia Hohenheim „Schwarz-weiß-gelb. 1951 tritt die Verbindung „Weinheimer corpsstudentische Arbeitsgemeinschaft“ dem Corps Germania Hohenheim bei. Ab 1952 gelten wieder die gründungsfarben Schwarz-weiß-Rot, die Angehörigen der ehemaligen Corps Suevia tragen weiterhin ihre alten Farben.

Bekannte Mitglieder

Mehrere Lehrkräfte der Universität, darunter Adolf Münziger, Namensgeber des Münzigerpreises für erfolgreiche Landwirte, sind bekannt geworden. Zu ehemaligen Mitgliedern des Corps Germania Hohenheim gehören auch Walter Erich Schäfer,
Intendant der Stuttgarter Theaterbühnen, Roland Graf von Faber-Castell, Hersteller von Schreibgeräten sowie Helmut Prassler, Mitglied des Deutschen Bundestages.