Corps Germania München

Die Corps Germania München ist eine pflichtschlagende Verbindung, der jeder beitreten kann, der an einer Münchner Universität studiert, der Corp wird somit dem Toleranzprinzip gerecht. Bei feierlichen Anlässen werden die Farben „Blau-Rot-Gold“ getragen, die Füchse tragen ein Corpsband in den Farben Gold-rot mit goldenem Abschluss. Zur Festbekleidung gehört außerdem eine weiße Tellermütze, die Alten Herren dürfen eine sogenannte Biertonne (Tönnchen) tragen, eine abgeflachte Mütze ohne Schirm. Wahlspruch des Corps Germania München ist: „Für Ehre und Freundschaft“. Es besteht ein Freundschaftsvertrag mit dem Corps Baltica-Borussia Danzig zu Bielefeld, die Germania München ist außerdem im Weinheimer Senioren-Convent (WSC) organisiert. Zudem ist sie eines der Gründungsmitglieder des Münchner Senioren-Convents, der die Corps aller Münchner Universitäten vereint. Die Mitglieder des Corps München selbst nennt man Münchner Germanen.

Prinzipien und Wertvorstellungen

Der Corps Germania München folgt vier Prinzipien. Zunächst gilt das Maturitätsprinzip, das beinhaltet, dass Studierende schnell ihren Abschluss machen. Des Weiteren befolgt der Corps das Toleranzprinzip sowie das Lebensbundprinzip, das vielen Corps gemein ist. Zudem gilt das Fechtprinzip. Jedes Mitglied des Corps Germania München muss vier Partien auf die Farben der Verbindung fechten. Dabei gelten strenge Regeln, es werden außerdem scharfe Waffen benutzt. Das Fechten dient der Integration in die Verbindung als auch der Stärkung des Charakters.

Geschichte

Am 14. November 1863 wird die Verbindung von acht Studenten der Polytechnischen Schule zu München gegründet, Gründungsname war „Burschenschaft Germania“. Anfangs trug die Verbindung noch die Farben Schwarz-rot-gold, sie sind auch noch im Wappen zu sehen. 1865 benennt man sich in „Deutsche Landsmannschaft Germania“ um, 1867 schließlich wird aus der Landsmannschaft ein Corps. Ein Jahr später, im Februar 1868 kommt es zum Zusammenschluss mit anderen Cops zum Polytechnischen SC, dieser PSC sollte 70 Jahre lang Bestand haben. Im selben Jahr benennt sich die Corps Germania München in einen Waffencorps um, ein Waffencorps macht aus der Verbindung eine temporäre Angelegenheit während des Studiums. 1874 wird dies geändert, man befolgt nun das Lebensbundprinzip. 1907 kann das erste Corpshaus eingeweiht werden. Fünf Jahre später tritt der Corps Germania München dem „Weinheimer Senioren-Convent“ bei. Unter nationalsozialistischer Herrschaft muss sich die Verbindung zum Wintersemester 1935/6 auflösen. Zusammen mit der befreundeten Corps Vitruvia bemühen sich die Mitglieder jedoch die Traditionen fortzuführen, dies gelingt in der „Kameradschaft Andreas Hofer“, einer Organisationsform, wie sie von den Nationalsozialisten akzeptiert war. Am 15. Juli 1949 wurde beschlossen das Corps Germania München neu zu gründen. 1963 fand das 100. Bundesfest statt.

Bekannte Mitglieder

Das Corps Germania München hat viele bekannte Persönlichkeiten hervorgebracht. Eugen Jäger, Abgeordneter des Bayerischen Landtages, war einer der acht Gründungsväter des Corps und erster Senior. Des Weiteren war auch Gabriel Ritter Mitglied, er wurde später Architekt und Ehrenkonservator des Bayerischen Nationalmuseums, außerdem ist er Münchner Ehrenbürger. Der Professor für bayerische Landesgeschichte sowie der Verfasser der „Entwicklungsgeschichte Bayerns“, Michael Doeberl, war ebenfalls Mitglied im Corps Germania München.