Jenaische Burschenschaft Germania

Die Jenaische Burschenschaft Germania ist eine schlagende Verbindung mit den Farben „schwarz-rot-gold“ auf weißem Untergrund. Sie bekennt sich damit zu den Farben der Urburschenschaft. Sie ist einer der drei Zweige der Jenaischen Burschenschaft, diese wiederum ist die älteste Studentenverbindung Deutschlands. Die Mitglieder folgen dem Wahlspruch „Leben und Streben dem Vaterland“.

Prinzipien und Wertvorstellungen

Als eines der wichtigsten Elemente in der Jenaischen Germania gilt das akademische Fechten. Es soll einerseits den Zusammenhalt fördern, aber auch die Persönlichkeit stärken. Die studentische Mensur soll helfen, in Grenzsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren. Zwar wird das Fechten trainiert, bevor es zu den Zweikämpfen kommt, das Restrisiko einer Schnittverletzung bleibt jedoch. Während der Mensur wird der Körper durch eine Halsbinde, Armschutz und die Paukbrille geschützt, der restliche Kopf bleibt aber frei. Wie in anderen Studentenverbindungen auch geht es generell darum, kritisch denkende, tolerante und weltoffene Erwachsene heranzuziehen.

Die Geschichte der Jenaischen Burschenschaft Germania ist eng mit der Deutschlands verbunden. Sie ist an der politischen Entwicklung Deutschlands beteiligt. Als Napoleons Fremdherrschaft endet, nehmen die Burschenschaften ihren Anfang. Nun scheint der Einheitsstaat in Sicht, eine Hoffnung, die besonders von den Studenten gehegt wird. Am 12. Juni 1815 kommt es infolgedessen zum Zusammenschluss verschiedener Landsmannschaften, die Urburschenschaft ist geboren. Es folgten weitere Gründungen an anderen Universitäten und Hochschulen, die größtenteils den Wahlspruch der Urburschenschaft „Ehre, Freiheit, Vaterland“ sowie dessen Farben „Schwarz-rot-gold“ übernahmen. In den 1840er Jahren wurde der Duellzwang für Studenten aufgehoben, zudem wurde das Sittlichkeitsprinzip gelockert. Daraufhin kam es zur Abspaltung von der Urburschenschaft – die Jenaische Burschenschaft wird am 13. Dezember 1846 gegründet. 1887 wird das erste Verbindungshaus am Jenaer Marktplatz errichtet. Während des Nationalsozialismus’ und dessen Gleichschaltungspolitik wird das aktive Verbindungsleben fast unmöglich. Im April 1945 wird das Verbindungshaus bei Bombenangriffen völlig zerstört. Es folgt eine wechselhafte Zeit, die Burschenschaft zieht mehrmals um, 1949 nach Mainz, 1954 nach Göttingen. Erst nach der Wiedervereinigung entstand die Möglichkeit, nach Jena zurückzukehren. Im Sommersemester 1993 gibt es in der Jenaischen Burschenschaft Germania erstmals seit 50 Jahren wieder eine Aktivitas.