Landsmannschaften

Landsmannschaften sind eine Form der Studentenverbindung. Die Mehrheit der heutigen Landsmannschaften sind Mitglied im Dachverband „Coburger Convent“. Gemeinsam sind den Verbindungen das Toleranzprinzip, das Tragen von Farben sowie die Überparteilichkeit.

Geschichte der Landsmannschaften

Die früheste Form der Landsmannschaften sind die sogenannten Nationes. Im 11. Jahrhundert entstanden die ersten Universitäten, mit ihnen kam das Bedürfnis auf, sich zu organisieren. In den Nationes schlossen sich Professoren und Studenten zu einer Rechts- und Sozialgemeinschaft zusammen. Eines der Hauptanliegen war die Organisation des akademischen Betriebs. Ab dem 13. Jahrhundert gründeten die Professoren eigene Verbindungen und nannten sie „Facultates“. Infolge der Reformation sowie Veränderungen im politischen und universitären Bereich starben die meisten Nationes aus. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts kommt es, besonders an protestantischen Universitäten, langsam zur Herausbildung der sogenannten „Societates“. Dies waren die ersten ausschließlich privaten Verbindungen, es fanden sich nur Studenten gleicher Herkunft zusammen. Mit dem ausgehenden 18.Jahrhundert und dem beginnenden 19. Jahrhundert starben diese alten Formen der Landsmannschaften aus. Manche wurden verboten, andere eröffneten sich unter der Bezeichnung Corps neu. Mitte des 19. Jahrhunderts bildeten sich neue Landsmannschaften, die das Lebensbundprinzip annahmen. Diese neuen Studentenverbindungen hatten drei Prinzipien gemein. Sie strebten die Gleichberechtigung aller Studenten, die Aufhebung der Verrufe sowie den Einsatz von verbindlichen Ehrengerichten an. Im Jahr 1840 wird der erste Dachverband „Landsmannschafter Convent in Göttingen“ gegründet. Ab dem 1860er Jahren bildeten sich zwei unterschiedliche Strömungen heraus, die Landsmannschaften an den Universitäten sowie den Technischen Hochschulen.

Frühe Charakteristika

Schon früh konnte man die Mitglieder der Landsmannschaften an ihrer Kleidung sowie ihren Farben erkennen. Besonders im 18. Jahrhundert trugen die Landsmannschafter Uniform, diese war in der Gestaltung an der neu eingeführten Ziviluniform orientiert. Die Farbe des Rockaufschlags und des Rockes war in der Regel einheitlich, zusätzlich wurde ein zweifarbiger Streifen am Hut getragen. Von den Universitäten wurden die einheitlichen Farben oft als Zeichen eines Geheimbundes verstanden.

Das Fechten in Landsmannschaften

Im ausgehenden Mittelalter entstand die Notwendigkeit, sich vor Übergriffen zu schützen. Neben adligen Bürgern, hohen Würdenträgern und Mitgliedern von Fechtvereinen durfte jeder Student eine Waffe tragen. Dies war bis zum Jahr 1790 erlaubt. Es kam zu Duellen und spontanen Auseinandersetzungen, die oft tödlich endeten. 1794 wurde das Recht zum Waffentragen eingeschränkt und es kam zur Verfeinerung des Duellwesens. Bis heute wird Fechten in Landsmannschaften ausgeübt, jedoch hat sich das Bild erheblich geändert. Statt des Duells wird ein Ehrengericht abgehalten, der Fechtkampf selbst wird als eine Art ritterliches Kampfspiel betrachtet. Viele Landsmannschaften sind schlagend, das heißt, die Mitglieder müssen sich im Zweikampf „duellieren“. Jedoch steht hierbei nicht der militärische Aspekt im Vordergrund, sondern der persönliche.