Leipziger Burschenschaft Germania

Die Leipziger Germania ist eine pflichtschlagende Burschenschaft mit den Farben „Schwarz-Weiß-Rot“, außerdem werden bei Feiern ziegelrote Mützen getragen. Mit dem Wahlspruch „Freiheit, Ehre, Vaterland“ folgt die Burschenschaft den Prinzipien der Urburschenschaft.

Prinzipien und Wertvorstellungen

Wie alle Studentenverbindungen folgt auch die Leipziger Burschenschaft Germania dem Lebensbundprinzip sowie dem Conventprinzip. Letzteres legt die Hierarchie in der Verbindung fest und drückt aus, dass alle Entscheidungen demokratisch und nach der Mehrheit getroffen werden. Außerdem verlang die Burschenschaft drei Partien genehmigter Mensuren. Diese wird als charakterstärkendes Mittel und Herausbildung einer selbstbewussten Persönlichkeit verstanden. Daneben werden selbstständiges Denken und Handeln sowie die Achtung des Anderen als Ideale angesehen.

Geschichte

Das Gründungsdatum der Leipziger Germania ist der 7. 6. 1818, in einem Gasthaus finden sich mehrere Studenten zusammen, um die Verbindung zu stiften. Die Leipziger Germania ist die älteste Burschenschaft in Sachsen. 1824 muss sich die Germania aufgrund der Karlsbader Beschlüsse auflösen, zwar ist sie seit 1825 wieder aktiv, muss sich ein Jahr später jedoch erneut auflösen. Seit 1827 wird die Burschenschaft als Fechtverbindung weitergeführt, noch im selben Jahr kommt es zur Spaltung aus der die Burschenschaft „Markomannia Leipzig“ hervorgeht. Bekanntestes Mitglied der neuen Markomannia ist Robert Schumann, später Komponist. Nach dem Frankfurter Wachsturm kommt es 1833 erneut zur Auflösung der Leipziger Germania. 1839 wird sie wiedergegründet und eine Blütezeit beginnt. Die Kneipfeiern finden in der Wirtschaft „Kochei“ statt, Ehrenmitglied ist Robert Blum. Im Jahr 1852 werden Burschenschaften verboten, sodass sich auch die Germania offiziell auflösen muss, bis 1855 findet die Arbeit aber weiter im Geheimen statt. Als „Wartburg“ wird die alte Leipziger Germania 1859 wiedergegründet, drei Jahre später schließt sie sich mit der Burschenschaft Albia zusammen, der Gründungsname „Leipziger Burschenschaft Germania“ ist wieder gültig, die heutigen Farben werden 1872 angenommen. 1903 sowie 1926 übernimmt die Germania den Vorsitz im Dachverband „Deutsche Burschenschaft“. Mit der Einführung des Führerprinzips kommt es 1935 zur erneuten Auflösung der Verbindung, ein Jahr später erfolgt die Umwandlung in die NS-Kameradschaft „Wartburg“. 1945 gibt es erste Versuche, die alte Burschenschaft wiederzubeleben, zu dem Zweck schließen sich die Alten Herren der Leipziger Burschenschaft Germania mit den Aktiven der Kölner Burschenschaft Wartburg zusammen. Der neue Name der Verbindung lautet „Kölner Burschenschaft Wartburg/Alte Leipziger Burschenschaft Leipzig“, er wird später auf „Köln / Germania Leipzig“ verkürzt. Im Jahre 1993 feiert die Leipziger Burschenschaft Germania ihr 175-jähriges Bestehen. Das aktive Leben beginnt 1994, auch die Wiederaufnahme in die „Deutsche Burschenschaft“ verläuft erfolgreich.

Bekannte Mitglieder

Bekanntestes Mitglied ist Robert Schumann, daneben hat die Leipziger Burschenschaft Germania weitere namhafte Persönlichkeiten hervorgebracht. So unter anderem Karl Biedermann, Politiker, Professor für Philosophie und Publizist. Auch Adolf Ermann, Ägyptologe war Mitglied, genauso wie Hans Blum, Sohn des Ehrenmitglieds Robert Blum.