Sängerschaften

Die Sängerschaften sind eine Unterform der musischen Studentenverbindungen, etwa die Hälfte dieser bezeichnet sich selbst als Sängerschaft. Alle Sängerschaften sind männlich, farbentragend und zumindest fakultativ schlagend. Gemeinsamer Dachverband ist die „Deutsche Sängerschaft“ (DS). Historisch gehen die Sängerschaften auf den akademischen Gesangverein zurück.

Geschichtliche Entwicklung

Alle musischen Studentenverbindungen und damit auch die Sängerschaften sind aus dem akademischen Gesangverein entstanden. Der akademische Gesangverein wiederum ist eine Untergattung des Gesangvereins, in der akademischen Form sind nur Studenten Mitglieder in anderen Gesangvereinen beispielsweise nur Arbeiter organisiert. Andere gebräuchliche Namen des akademischen Gesangvereins waren akademische Liedertafel und Studenten-Gesangverein. Der erste Gesangverein entstand 1816 innerhalb der Urburschenschaft. Eigenständige Sängerschaften entstanden um 1820 herum, in den Folgejahren entstanden an etwa 20 Universitäten Sängerschaften. Den Boom erlebte die Sängerschaft ab dem Jahr 1860. Bis dahin hatten sich musisch interessierte Studenten hauptsächlich in bürgerlichen Gesangvereinen engagiert, jetzt schlossen sich die Studenten an der Universität selbst zum Verein zusammen. 1860 gab es einen erneuten Aufschwung, in München und Göttingen etwa waren zwischen den Jahren 1860 und 1865 bis zu zehn Prozent aller eingeschriebenen Studenten Mitglied in akademischen Gesangvereinen. Anfangs begrenzte sich das „Vereinsleben“ ausschließlich auf das gemeinsame Singen. Erst ab 1871 kamen neben der musikalischen Betätigung auch immer mehr gesellige Veranstaltungen hinzu. In dieser Zeit gingen immer mehr Sängerschaften dazu über, ihren Mitgliedern zu verbieten, anderen Verbindungen beizutreten. 1880/90 schließlich fand der entscheidende Schritt Richtung Studentenverbindung statt, nach dem Abschluss des Studiums wurden die Mitglieder zu Alten Herren. Im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden neue Sängerschaften nicht mehr als Verein, sondern als Verbindung gegründet. Schließlich wurden Dachverbände gegründet, diese Entwicklung begann bereits 1870 seinen Lauf zu nehmen. Eine der ersten Dachverbände war der spätere „Sondershäuser Verband“.

Ziele und Prinzipien

In der Satzung des Dachverbandes „Deutsche Sängerschaft“ sind die grundlegenden Prinzipien aller Sängerschaften festgelegt. Selbstverständlich widmen sich diese Studentenverbindungen besonders der Musik, genauer dem Chorsingen. Das gemeinsame Singen und Musizieren sowie das Gemeinschaftsleben sind wichtige Werte. Daneben geht es vornehmlich um die Wahrung deutschen Kulturguts, es werden hauptsächlich traditionelle Lieder gesungen. Sängerschaften sind grundsätzlich überkonfessionell und überparteilich, jedoch wird neben dem musischen Engagement auch politische und gesellschaftliche Aktivität gewünscht. Eine aufgeschlossene und tolerante Haltung sollten alle zukünftigen Mitglieder mitbringen.

Heutige Sängerschaften

Freie studentische Chöre mit klassischem Gesangsrepertoire, also den ursprünglichen akademischen Gesangsverein gibt es nicht mehr. Stattdessen sind Chöre in einer musischen Studentenverbindung organisiert. Daneben gibt es Chöre mit speziellem Angebot, werden nur Gospel- oder Poplieder gesungen, diese sind in der Regel außerhalb der Universität organisiert.