Transmediale 2011: live stream und Netzwerk

Vom 31.01.11 bis zum 06.02.11 findet die diesjährige transmediale in Berlin statt. Die 11. Ausgabe des internationalen Festivals für zeitgenössische digitale Kunst und Kultur zeigt in diesen Tagen zum Thema “live stream” Performances, Ausstellungen und Filme, bietet Workshops und Diskussionsrunden an und verleiht den Open Web Award, den Flusser-Award und den Award der transmedialen.
Die Veranstaltung wurde 1988 als Videofestival gegründet, erweiterte aber seinen Fokus im Laufe der Jahre auf alle elektronischen und digitalen Medien und präsentiert heute künstlerische und theoretische Ansätze im Umgang mit neuen Technologien und der globalen genauso wie der lokalen Vernetzung.  Ganz im Geiste dieser Netzwerke wurde die transmediale noch vor seiner offiziellen Eröffnung am Montag durch die heimische Berliner und die angereiste internationale Künstlerszene eingeläutet. Schon zum Wochenende traf man sich in den zahlreichen “Satelliten” der transmedialen sowie an inoffiziellen Locations zum Jammen, Performen und zum verbalen Austausch.

Die Qual der Wahl für die Besucher führte manch einen ins NK Projekt, einem der Satelliten. Hier trat unter anderem der finnischen Künstler und Musiker Redfrick auf, der in seiner Performance digitale Klangkunst und visuelle, meist gänzlich rote Elemente miteinander verbindet. In den Tagen der transmedialen und darüber hinaus folgen im NK weitere Shows und Ausstellungen der NK Artists und anderer namhafter Künstler. Im Rahmen dieses Festivals findet außerdem ein Workshop statt, in dem die Teilnehmer lernen, wie man mal eben mit Nadel und Faden einen live tauglichen Synthesizer basteln kann.

Doch auch über die Satelliten hinaus war und ist Berlins Künstlerszene aktiv: Durch die Veranstaltungen, die sich über alle Viertel Berlins erstreckten, bieten orts- und kunstkundige Menschen Führungen an und dirigieren teilweise ganze Horden an Besuchern in die zum Teil winzigen Locations.
Eine der kleinen aber feinen Örtlichkeiten, das Ida Nowhere in Neukölln, hatte seine Bühne drei Tage lang für die Klasse für Generative Kunst der Berliner Universität der Künste reserviert, die täglich von nationalen und internationalen Künstlern ergänzt wurde. Wobei es nicht ganz richtig wäre, von einer Bühne zu sprechen, wo sich die Musiker zu großen Teilen im Publikum aufhalten: Für die “Netzmusik” produzierten fünf oder mehr Musiker über ihre Rechner im Raum verteilt durch live-Programmierung Musik. Für andere Programmpunkte präsentierten Studenten und Lehrenden ihre entwickelten elektronischen Instrumente als Solokünstler oder auch als ganze Musikgruppen.
Mit dem Beginn der transmedialen haben sich nun der Fokus der Aufmerksamkeit und auch die Veranstaltungen selbst auf die offiziellen und öffentlichkeitswirksameren Locations und Events verlagert. In den folgenden Tagen unterstützt die transmediale wie jedes Mal wieder zeitgenössische Künstler, Kulturschaffende und Theoretiker und bietet ihnen eine Plattform um ihre komplexen Auseinandersetzungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Sie fordert nebenbei die nachwachsende Künstlerszene heraus, die sich mit Ausstellungen und Veranstaltungen überschlägt und schon heute etwas vom Material des kommenden Festivals präsentiert.